Pro und Contra : Rundfunk-Gebühren

Die Erhöhung der GEZ-Gebühren: Während Redakteur Achim Krauskopf sich dafür ausspricht, wird OHA-Mitarbeiter Thorsten Scheel bei dem Gedanken schwindelig.

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25. September 2011, 02:29 Uhr

pro
Es ist keine leichte Aufgabe. Und schon gar keine, bei der mit Dank zu rechnen ist. Natürlich ist es unpopulär, wenn man für etwas zahlen soll. Und wenn man auch noch mehr zahlen soll, wie es jetzt die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beantragt haben.
Das Urteil, ob die Gebühren zu hoch oder ausreichend sind, sollen Fachleute beurteilen. Aber ich weiß, dass es in keinem Land, das ich kenne, Fernsehprogramme mit der Qualität von ARD, ZDF und deren Spartenkanälen gibt.
Natürlich gibt es auch in Deutschland eine riesige Zahl an Schrottprogrammen. Aber nicht nur. Als bestes Beispiel dient da Italien. Beim Blick dorthin wächst meine Furcht, dass sich im Fernsehangebot die Qualität der aktuellen Politik spiegelt. Wenn ich mit 18,86 Euro im Monat Verhältnisse a la Berlusconi verhindern kann, ist es mir das Geld wert.
Übrigens: Bei privaten Sendern gibt es auch Top-Verdiener. Deren Gehalt wird mit nervtötenden Werbeblöcken und niveaulosen Preisfragen generiert. Dafür haben viele Leute offensichtlich genug Geld.
contra
Die öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF, Arte, Deutschlandradio) haben für die nächste Gebührenperiode von 2013 bis 2016 eine Rundfunkgebührenerhöhung um 1,47 Milliarden Euro beantragt. Das bedeutet: ab 2013 monatlich 18,86 Euro, 88 Eurocent mehr für die Rundfunkgebühren, eingetrieben von der Gebühren-einzugszentrale, kurz GEZ, in Köln.
Bei solchen Summen wird einem schon schwindelig, war nicht eigentlich Sparen angesagt?
Die GEZ ist zwar nur das Dienstleistungszentrum der öffentlich-rechtlichen Anstalten, ist aber auch mit zuständig für die Gebührenplanung. Ab 2013 soll die Haushaltspauschale kommen, unabhängig von der Zahl tatsächlich vorhandener Empfangsgeräte. Auch diejenigen, die nur ein Radiogerät haben, müssen dann die vollen Gebühren zahlen. Es verschwindet dann auch die Gebührenbefreiung für behinderte Menschen. Die sollen ein Drittel der monatlichen Gebühren zahlen. So dürfen dann alle indirekt für tolle Fußballer- und Starmoderatoren-Gehälter aufkommen.

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