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Rund 5000 Gäste lockte der Juniflohmarkt – Veranstalter sind zufrieden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2015 | 15:24 Uhr

„Was wären Sie bereit zu zahlen?“ Diese zum dritten Haus- und Hofflohmarkt (Juniflohmarkt) in Malente so oft gestellte Frage verdeutlicht die Intention der Großveranstaltung treffend. Den meisten der mehr als 180 Standbetreiber ging es am Sonnabend nicht darum, große Umsätze zu machen, sondern einen netten Tag in angenehmer Nachbarschaft zu verbringen.

„Nirgends sonst lernt man so entspannt Menschen kennen, mit denen man spontan auch noch interessante Gespräche führen kann“, erzählte Matthias Blohm. Er war einer von vielen Standbetreibern im Rothensander Weg – dem Geheimtipp für einen Flohmarkt mit Straßenfestcharakter. Damit das gelang, packten im Vorfeld alle mit an. 16 Torten und Kuchen backte allein Gudrun Oestreich, um den Gästen, die zu Schlager aus der Konserve an Raritäten aus Kriegszeiten, Abgelegtem aus dem Kinderzimmer oder Brauchbaren aus der Werkstatt vorbeibummelten, anschließend mit einem entspannten Tässchen Kaffee die so geschätzten Gespräche zu ermöglichen. Ihre Freundin Tanja Kaufmann brachte die gemeinsamen Filz- und Strickkreationen an den Mann und die Frau.

Fast alle im Rothensander Weg waren das dritte Jahr in Folge dabei. Auch Familie Borchers: „Es ist einfach ein netter Nachbarschaftstreff“, sagt Vater Marco. Er saß neben seiner Tochter Kira (14) und deren Freundin Sharina, die versuchten, sich vom Spielzeug vergangener Tage für den guten Zweck zu trennen. Denn Kira spart gerade für ein Taschengeld für die geplante Sprachreise in den Sommerferien nach England. Die „Hello-Kitty-Bettwäsche“ fand sofort eine Abnehmerin: Die fast dreijährige Justine Ciara wird ab sofort darin schlafen. Ihre Mutter sagte glücklich: „Das war ein richtiges Schnäppchen. Vielen Dank.“ Gemeinsam mit ihrem Mann Tobias und den beiden Kindern tingelten sie seit den frühen Morgenstunden durch Malente – auf der Suche nach Schnäppchen für die Töchter. „Man geht an so einem Tag an Orte, die man sonst nicht sieht und trifft nette Leute. Das ist toll. Wenn man dann noch etwas findet, das gefällt, dann ist das klasse“, sagte Daniela Fronczek. Und fündig wurden sie gleich beim Verlassen des eigenen Hauses: „Unser Nachbar gegenüber hatte eine Sandkiste im Angebot. Es war super, so haben wir die gar nicht erst weit schleppen müssen“, erzählte ihr Mann.

Ein paar Schritte weiter in der Lindenallee war es schwer einen Parkplatz zu bekommen: Zahlreiche Gärten, ganze Häuser oder Garagen luden zur Besichtigung ein. So auch der Vorgarten von Sandra Kentsch: Kinderschuhe, Spielteppich, Kinderkleidung, Bücher – Waffeln, Kuchen und Kaffee. „Es ist einfach perfekt. Man muss die Sachen einfach nur raus tragen und später wieder rein. Standgebühren, Stress, früher Aufbau und das ganze Geschleppe wie bei anderen Märkten entfällt einfach“, nennt sie viele Gründe, die sie schon das dritte Jahr in Folge mitmachen lassen – egal, ob als Haus- und Gartenflohmarkt oder aktuell als Juniflohmarkt tituliert. Außerdem lerne sie so endlich mal alle Nachbarn in Ruhe kennen.

Ein paar Meter weiter verkauft Werner Rosenöcher selbstgebaute Holzski für bis zu drei Personen, wie man sie bei Straßenfestspielen kennt. Sie brauchen keinen Schnee, nur mutige und Spaßbegeisterte Tester. „Ich habe sie mal für ein Kinderfest der Fußballmannschaft in Ratekau gebaut, da war ich mal Trainer.“ Weshalb er mitmacht? „Weil es Spaß bringt und alle mitmachen!“

Solche Aussagen freuen Ute und Michael Kühn, die zusammen mit Maren Schmitz im Namen der Wirtschaftsvereinigung Malente die Großveranstaltung organisieren. Michael Kühn: „Die Straßen sind voll, das Wetter ist auf unserer Seite, die Menschen sind gut drauf. Was will man mehr?“ Klar gebe es immer wieder Stellschrauben, an denen nachjustiert werden müsse, aber es stehe außer Zweifel, dass diese Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder ein Publikumsmagnet sein werde. Im Vorfeld habe es Beschwerden einiger Gastronomen gegeben, die befürchteten, dass die selbstgebackenen Kuchen- und Kaffeeangebote an den Ständen die Kunden abgraben würden. Zumindest in der Bahnhofstraße, und mehr könne Kühn nicht beurteilen, weil er selbst einen Stand betrieben habe, haben die Gastronomen ordentlich Kundschaft gehabt. Kühn: „Wir locken an diesem Wochenende gemeinsam mit dem Internationalen Musikfest rund 10  000 Menschen nach Malente, darauf können wir stolz sein.“

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