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Rücktritt vom Rücktritt – Knatsch bei den Kleingärtnern

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Turbulente Zeiten erlebt der Schrebergartenverein Malente. Für Unruhe sorgt nicht nur die Idee der Gemeinde, auf dem Vereinsgelände an der Godenbergstraße neben dem Parkplatz am Krützen das neue Schulzentrum zu bauen, auch intern glänzt der Verein derzeit nicht gerade mit stabilen Verhältnissen. Bei der Jahresversammlung trat der komplette Vorstand um die Vorsitzende Birgit Schneider zurück. Dieser reagierte damit auf Differenzen in den eigenen Reihen. So hatten Obmann Holger Toop und Fachberater Heinz Buchwald ihre Ämter aufgegeben, auch weil sie mit der Arbeit des Vorstands nicht einverstanden waren.

Birgit Schneider, die erst vor einem Jahr die Nachfolge von Dr. Horst Neumann angetreten hatte, stellte sich nun in dieser Woche bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gemeinsam mit Schriftführerin Annette Soester wieder zur Wahl. Die knapp 50 anwesenden Mitglieder hätten sie mit deutlicher Mehrheit für den Rest der insgesamt dreijährigen Amtsperiode auf ihren Posten bestätigt, berichtete Birgit Schneider. Zum Nachfolger für den aus Krankheitsgründen zurückgetretenen stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Becker habe die Versammlung Wolfgang Krüger gewählt. Da sich für Rechnungsführerin Iris Spandau kein Nachfolger gefunden habe, übernehme der in Vorstandsarbeit erfahrene Krüger diese Aufgabe.

Das Gelände der Schrebergärtner umfasst knapp 70 Parzellen, dem Verein gehören über 80 Mitglieder an. Diese sollen nun am Freitag, 28. April, erneut zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammenkommen. Dann sollen weitere Ämter besetzt werden: Beisitzer, Obleute, Fachberater, Gerätewart, Schlichtungsstelle und ein Wart für die Internet-Seite des Vereins. Dafür habe sie schon ein paar Kandidaten im Auge, erklärte Birgit Schneider. Weitere Themen der Versammlung seien Ehrungen und Wasservorauszahlungen.

Doch ob jetzt Ruhe in
das Vereinsleben einkehrt, scheint zweifelhaft. Holger Kreft, seit September 2010 Vereinsmitglied, übt scharfe Kritik am Vorgehen und der Arbeit des Vorstands. Die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung ohne Einladung innerhalb von zwei Wochen sei schlicht satzungswidrig, moniert der 56-Jährige. Die Vorgabe einer Ladungsfrist von drei Wochen könne auch durch die Mehrheit der Mitglieder nicht ausgehebelt werden. Beschlüsse dieser Versammlung wären von vornherein nichtig, warnt Kreft.

Schon seit Längerem laufe im Verein einiges schief, sagt der Malenter. Jüngstes Beispiel seien die Wasseruhren. Weil der Vorstand es im vergangenen Jahr versäumt habe, diese rechtzeitig auszubauen, seien bei mehr als der Hälfte der Parzellen die Uhren bei einem Frosteinbruch kaputtgefroren. Der Schaden dürfte sich nach OHA-Informationen auf rund 1000 Euro belaufen. Wie das Problem jetzt gelöst werden solle, sei immer noch nicht geklärt, kritisiert Kreft. „Der Vorstand kann sich nicht hinstellen und sagen, das müsst ihr selbst bezahlen.“

Ein Haushaltsvoranschlag sei ebenfalls noch nicht beschlossen worden. Bei der Jahresversammlung im März sei der Vorstand zwar entlastet, zugleich sei aber eine Kassenprüfung durch den Kreisverband beschlossen worden. Diese liege jedoch bis heute noch nicht vor. Auch Unterlagen zu einer Dachreparatur des Vereinsheims im vergangenen Jahr habe der Vorstand nicht vorgelegt.

Weil der Vorstand bereits seit Jahren seine Arbeit nicht richtig mache, habe er beim Amtsgericht Eutin bereits mehrere Urteile gegen den Verein erwirkt, sagt Kreft. Zuletzt sei er 2016 erfolgreich gegen eine fehlerhafte Abrechnung von Pacht und Wasser vorgegangen.

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erstellt am 13.Apr.2017 | 19:42 Uhr

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