Rückschlag für den Kiesabbau in Kreuzfeld

Gemeinde Malente hat Genehmigungsantrag für F-Plan-Änderung zurückgezogen – vorerst

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30. März 2017, 12:08 Uhr

Die geplante Ausweitung des Kiesabbaus in Kreuzfeld ist auf neue Hindernisse gestoßen. Die Gemeinde Malente habe ihren Genehmigungsantrag für die von der Gemeindevertretung beschlossene 11. Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plans) vorerst zurückgezogen, bestätigte Bauamtsleiterin Britta Deubel. Wie dies zu interpretieren ist, darüber herrschen jedoch zwischen Bauamt und der Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau unterschiedliche Meinungen.

Die Bürgerinitiative, die sich gegen den Kiesabbau wendet, feiert diesen Schritt als „großartigen Erfolg“. Sie sehe sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass die Gemeinde „keine F-Plan-Änderung vornehmen kann, wenn das Unternehmen noch ausreichend Möglichkeiten hat, auf den bestehenden und schon genehmigten Flächen Kies abzubauen“, erklärte Rüdiger Mahnicke, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Pro Mensch, Natur, Tierwelt. „Aus meiner Sicht ist die F-Plan-Änderung damit vom Tisch“, sagte Mahnicke.

Das von Johann-Peter und und seinem Sohn Volker Wandhoff betriebene Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld will den Abbau auf einer hinzugekauften Fläche über den Holmer Weg hinaus in Richtung Westen ausdehnen und betreibt dafür die F-Plan-Änderung. Dagegen wehrt sich der Verein. Er stellte über eine Hamburger Rechtsanwältin beim Land den Antrag, die Genehmigung der F-Plan-Änderung „mangels Erforderlichkeit“ zu versagen, weil zunächst die bereits genehmigten Flächen abgebaut werden müssten. Jetzt habe das Ministerium mitgeteilt, dass es in seiner Genehmigungsprüfung diesen Hinweis berücksichtigt habe, erklärte Mahnicke.

Doch bei der Gemeinde will man von einer fehlenden Erforderlichkeit nichts wissen. Vielmehr habe das Innenministerium der Gemeinde aufgegeben, vor einer Genehmigung des F-Plans einige Punkte zu überarbeiten, erklärte Britta Deubel. Wesentlicher Punkt sei eine emmissionsschutzrechtliche Untersuchung. Dabei solle, anders als von der Gemeinde beabsichtigt, bereits auf Ebene des F-Plans geklärt werden, ob mögliche Lärm-Konflikte mit dem Osterberg-Institut, angrenzender Wohnbebauung sowie Hotel- und Beherbergungsbetrieben lösbar seien.

„In meinen Augen ist die F-Plan-Änderung damit noch nicht grundsätzlich vom Tisch“, erklärte Bürgermeisterin Tanja Rönck. Die Gemeinde habe sich lediglich entschlossen, den Genehmigungsantrag zurückzuziehen, weil sonst Fristen innerhalb des Genehmigungsverfahrens nicht gewahrt werden könnten, erläuterte Britta Deubel. Sobald die vom Innenministerium genannten Punkte abgearbeitet seien, solle der Antrag neu gestellt werden.

Mit den Nacharbeiten werde sich auch der Planungsausschuss befassen, erklärte Deubel. Ob die Planung erneut ausgelegt und die Öffentlichkeit damit beteiligt werden müsse und ob es auch einen erneuten Beschluss der Gemeindevertretung geben müsse, sei noch nicht geklärt, sagte die Bauamtsleiterin. Das werde zurzeit mit dem Innenministerium abgestimmt. Überrascht zeigte sich Johann-Peter Wandhoff von der Rücknahme des Genehmigungsantrags. „Davon weiß ich nichts“, sagte er. Vom Innenministerium war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

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