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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 23:19 Uhr

Rückblick auf 90 Jahre Awo Eutin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Ortsverein, der nur wenige Jahre nach der bundesweiten Gründung der Arbeiterwohlfahrt entstand, erhält viel Lob für sein Wirken

Grund zum Feiern hatten die 200 Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt des Ortsvereins Eutin im Haus des Reisebüro Behrens. Kaffee und Kuchen kosteten diesmal nichts, für zünftige musikalische Stimmung sorgten am Ende die „Ostsee-Krabben“ und jeder Grußredner hatte auch noch einen Scheck mitgebracht. Gisela Poersch als Ortsvereinsvorsitzende ließ einen Jahresrückblick Revue passieren, ging auf 90 Jahre Vereinsgeschichte in der Kreisstadt ein und freute sich über viel Lob für ihre Awo Eutin.

Fast so lange, wie es die Arbeiterwohlfahrt in Deutschland gibt, wirkt in Eutin und Umgebung der Ortsverein Eutin. Nach Gründung der Awo deutschlandweit durch Marie Juchacz im Jahr 1919 gab es Hinweise über Anfänge vor Ort in Dokumenten, die nach Darstellung vom Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz die Einschätzung der Awo rechtfertigen, schon im Jahr 1925 hier einen Ortsverein Eutin betrieben zu haben. Gisela Poersch: „1919 ging es nach dem Ersten Weltkrieg um die Beseitigung von großer Not. Lebensmittel und Kleidung wurden gesammelt und eine Notstandsküche organisiert.“

Nach dem Verbot in der Nazi-Zeit und der Wiederzulassung durch die britische Militärregierung 1945 konzentrierten sich die ehrenamtlichen Helfer auf das Sammeln von Sach- und Geldspenden und kümmerten sich um elternlose und unterernährte Kinder. „Der wachsende Wohlstand hat die Aufgabenfelder verändert, ein Höhepunkt war sicher die Schaffung und Trägerschaft der Anny-Trapp-Kindertagesstätte. Beratungen für alle möglichen Lebenslagen und Essen auf Rädern kamen hinzu“, erinnerte die Vorsitzende. „Und das zunächst alles ehrenamtlich.“ Die höheren Anforderungen und die entstandene Konkurrenz führten zur Abgabe an den Kreis- und später Landesverband mit seinen hauptamtlichen Kräften.

Bürgermeister Schulz vor der Überreichung eines Geldgeschenkes: „Zuerst hat die Awo Eutin Essen für Bedürftige besorgt, später wurde Essen im Eutiner Umfeld verteilt. Es sind zwangsläufig wirtschaftliche Bereiche entstanden. Wir sind froh über diese Entwicklung der Awo und sehen die Anny-Trapp-Kindertagesstätte mit ihren Fachkräften als unverzichtbar an.“

Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Sönnichsen erinnert sich an seine Kindheit, wenn er an die Awo denkt. Als treuer Gast in Eutin hatte auch er wie im Vorjahr einen Scheck dabei. „Wohlfahrtsverbände gehören gerade in der heutigen Zeit mit den vielfältigen Problemen des menschlichen Zusammenlebens zu den Stützen der Gesellschaft neben den öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Maßnahmen.“

Kreisvorsitzender Klaus Eckstein: „Eutin ist das Zentrum der Awo in Ostholstein, neben anderen rührigen und erfolgreichen Ortsvereinen, sie sind hier unverzichtbar im belastbaren sozialen Netzwerk der Stadt.“ Zusammen mit dem Malenter Vorsitzenden Hans-Jürgen Weber überreichte er einen Scheck über 500 Euro für die weitere Arbeit.

In ihrem Jahresbericht ging Gisela Poersch auf die vielfältigen Angebote ein, die als monatliche Höhepunkte mit Tagesreisen oder Vorträgen nicht mehr wegzudenken sind. „Von besonderer Bedeutung sind unsere Regelangebote wie Kegeln, Gedächtnistraining, Marktfrühstück und der Seniorentreff an jedem Freitag mit Kaffeetrinken, Klönen und Spielen“. Das alles finde im segensreichen Bürgertreff der Stadt Eutin in der Stolbergstraße statt.

Der abschließende Hinweis der Vorsitzenden Gisela Poersch streifte die Altersstruktur: „Helfen Sie alle mit, dass wir neue Mitglieder finden, unser Motto ist schließlich ,gemeinsam gegen die Einsamkeit‘. Deshalb muss man den Menschen auch sagen, dass sie sich bei uns wohlfühlen können.“

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erstellt am 08.Apr.2015 | 18:23 Uhr

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