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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 03:12 Uhr

Rubelt will Baudezernent in Potsdam werden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 01.Dez.2016 | 11:01 Uhr

Mit der Landesgartenschau hat er ein Eutiner Mammutprojekt umgesetzt, mit der millionenschweren Stadtsanierung steht ein weiteres bevor. Doch ob Bauamtsleiter Bernd Rubelt weiterhin der Mann sein wird, der bei städtischen Bauvorhaben die Fäden in der Hand hält, steht in den Sternen: Der 48-Jährige hat sich auf den Posten des Baudezernenten in Potsdam beworben. Besonders überrascht, dass die Bewerbung – offenbar durch eine Indiskretion in der Potsdamer Kommunalpolitik – bekannt wurde, zeigte sich Rubelt gestern nicht. „Ich habe damit gerechnet“, erklärte er dem OHA.

Eine Entscheidung wird in der kommenden Woche erwartet. Am Mittwoch, 7. Dezember, beschäftigt sich das Potsdamer Stadtparlament mit der Personalie. Immerhin 35 Kandidaten hatten sich laut einem Zeitungsbericht um den Posten beworben, einziger verbliebener Mitbewerber ist der Grünen-Baustadtrat aus dem hessischen Kassel, Christof Nolda.

Als eine Absage an Eutin, wo er sich aufgrund des Millionendefizits der Anfang Oktober beendeten Landesgartenschau Kritik gefallen lassen musste und bisweilen mit Widerständen in der Kommunalpolitik zu kämpfen hat, will Rubelt seine Bewerbung keinesfalls verstanden wissen. „Ich bewerbe mich nicht weg, sondern hin“, betonte er. Rückblickend betrachte er die Landesgartenschau als erfolgreiche Periode. Ihm gehe es nicht darum, Eutin den Rücken zu kehren, sondern etwas Neues zu beginnen, was ihn persönlich reize. Es sei nun einmal seine Leidenschaft, für Städte mit historischem Erscheinungsbild zu arbeiten, erklärte Rubelt. Deshalb übe die brandenburgische Landeshauptstadt eine große Anziehungskraft auf ihn aus. Im Spätsommer habe er entschieden, sich zu bewerben. „Dass ich nun im Rennen bin, ist eine Ehre für mich.“

Bürgermeister Carsten Behnk reagierte gestern zurückhaltend auf die Pläne seines Bauamtsleiters, über die er bereits informiert gewesen sei: „Ich will das nicht größer kommentieren“, erklärte der Verwaltungschef. Für ein Statement sei es zu früh, da eine Entscheidung ja noch gar nicht gefallen sei. Wenn Mitarbeiter woanders ihre Bewerbung abgäben, sei dies aber ihr gutes Recht, betonte Behnk.

Der Bürgermeister verneinte, dass ein möglicher Weggang Rubelts negative Auswirkungen auf die Stadtsanierung haben könnte. „Projekte sind ja nicht personenbezogen“, sagte Behnk. Schließlich setze die gesamte Stadtverwaltung die Beschlüsse der Kommunalpolitik um. Wann Rubelt Eutin verlassen würde, sollte ihn der Ruf aus Potsdam tatsächlich ereilen, scheint noch unklar. Er kündigte an, in diesem Falle Gespräche zu führen, um der Verantwortung allen Seiten gegenüber gerecht zu werden. Tatsache ist jedenfalls, dass Potsdam schon recht lange keinen Baudezernenten mehr hat. Bereits vor gut einem Jahr musste der bisherige Amtsinhaber laut Presseberichten nach einer Hausbauaffäre seinen Hut nehmen, seitdem ist die Schlüsselstelle unbesetzt. Der nach einem ersten Auswahlverfahren favorisierte Nachfolger hatte im Juni aus persönlichen Gründen abgesagt.

Bernd Rubelt, der in Eutin als Wegbereiter der Landesgartenschau und der Stadtsanierung gilt, war im Frühjahr 2011 aus Lauterhofen in der Oberpfalz/Bayern nach Eutin gewechselt und hatte aus Erlangen, Bad Salzuflen und Münster Erfahrungen aus der öffentlichen Bauverwaltung mitgebracht. Der gelernte Bauschlosser erwarb auf dem zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife und studierte in Dortmund Architektur und Städtebau.

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