Rollstuhlfahrerin stirbt bei Brand

Die Feuerwehr war mit rund 30 Einsatzkräften vor Ort.
Die Feuerwehr war mit rund 30 Einsatzkräften vor Ort.

Feuer in Scharbeutzer Doppelhaushälfte / Familienangehörige und Polizisten bei Rettungsversuch verletzt

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15. Juli 2018, 21:54 Uhr

Tragisches Ende einer Rettungsaktion: Das beherzte Eingreifen von Ersthelfern blieb vergebens; eine Rollstuhlfahrerin ist in der Nacht zu gestern an den Folgen eines Wohnungsbrands gestorben.

Wie die Polizei gestern mitteilte, hatten die Ersthelfer vergeblich versucht, die 60-Jährige zu retten. „Dabei zogen sich insgesamt vier Helfer eine Rauchgasvergiftung zu“, sagte Einsatzleiter Sebastian Levgrün von der Feuerwehr Scharbeutz.

Das Feuer war am Sonntagnachmittag in einer Doppelhaushälfte in der Straße Fuchsberg in Scharbeutz ausgebrochen. Gegen 16.20 Uhr wurde den Beamten der Polizeistation Scharbeutz der Brand gemeldet. In dem Haus konnten sie ein Feuer mit starker Rauchentwicklung feststellen. Den Beamten wurde mitgeteilt, dass sich die 60-jährige Bewohnerin, die aufgrund einer Krankheit bewegungseingeschränkt ist, noch in dem Haus befinden sollte. Ein Polizist begab sich ins brennende Haus, um die Frau zu retten. Aufgrund der starken Rauchentwicklung gelang dies jedoch nicht; auch ein weiterer Kollege erlitt bei dem Rettungsversuch eine Rauchvergiftung und wurde anschließend in ein Krankenhaus in Neustadt gebracht.

Die Versuche des 62-jährigen Ehemannes und des 36-jährigen Sohnes der Frau waren ebenfalls vergeblich: Auch sie erlitten leichte Verletzungen und wurden ebenfalls in ein Krankenhaus in Neustadt gebracht.

Die Rollstuhlfahrerin konnte erst nach dem vollständigen Löschen des Feuers mit starken Verbrennungen aus dem Haus geborgen werden. Sie wurde mit einem Rettungswagen in ein Lübecker Krankenhaus gebracht, wo sie jedoch aufgrund ihrer starken Verletzungen noch am Abend verstarb.

Die Feuerwehr belüftete nach Ende der Lösch- und Rettungsarbeiten das Gebäude. Ein Seelsorger musste ebenfalls alarmiert werden, um sich um die Ersthelfer und die Einsatzkräfte zu kümmern. Insgesamt war der Rettungsdienst mit einem Großaufgebot von fünf Rettungswagen, einem Rettungshubschrauber, zwei Notärzten und einem leitenden Notarzt vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Scharbeutz war mit rund 30 Einsatzkräften vor Ort.

Wieso das Feuer ausgebrochen war und wie hoch die Schadenssumme ist, darüber konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Die Straße war während des Einsatzes voll gesperrt, es kam jedoch laut Polizeiangaben zu keinen nennenswerten Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Kriminalpolizei Eutin hat den Brandort beschlagnahmt und die Ermittlungen aufgenommen.

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