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Ostholsteiner Anzeiger

20. November 2017 | 14:52 Uhr

Eutin : Risse in alten Gemäuern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jetzt gibt es auch noch Ramm-Schäden am Museum des Kreises Ostholstein und der Landesbibliothek. Aus dem Schloss wird detaillierteres Beweissicherungsgutachten gefordert.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2015 | 04:30 Uhr

Wasser im Fahrstuhlschacht des Ostholsteinmuseums, Risse im Sturz der Landesbibliothek und bröckelnder Putz aus Rissen im Schloss – viele Eutiner sind ob dieser Neuigkeiten aufgeregt, die Verantwortlichen drängen darauf, sich auf die Fakten zu besinnen.

Bernd Straßburger, Leiter der Abteilung Planung, Umwelt und Bau beim Kreis Ostholstein: „Ja, wir haben Wasser im Fahrstuhlschacht des Museums festgestellt, und auch Risse in der Landesbibliothek bemerkt. Doch diese mit den Rammarbeiten in Verbindung zu bringen, wäre zu weit hergeholt und zu vorschnell.“ Stattdessen gehe der Kreis bei den Stadtwerken auf Fehlersuche. Denn seit den Bauarbeiten für den neuen Transformator hinter dem Ostholsteinmuseum habe sich auch der Wasserverbrauch verdoppelt. „Denkbar wäre, dass durch die Arbeiten an den Leitungen und durchs Verdichten die alten Wasserrohre angeknackst sind“, sagte Straßburger. Woran es genau gelegen habe, müsse geprüft werden. Fakt ist, dass das Wasser im Fahrstuhlschacht, das sehr wahrscheinlich mit Schmierölen und ähnlichem verunreinigt ist, von einer Fachfirma schnellstmöglich entfernt werden muss, da sonst Folgeschäden durch Korrosion drohen.

Auch am Schloss sind Ende vergangener Woche neue Risse und daraus bröckelnder Putz entdeckt worden. Doch Interimsgeschäftsführer Matthias Bönsel beruhigt: „Es existiert kein Schloss ohne Risse.“ Eine Ursache für die neu entdeckten Schäden zu nennen, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Grundsätzlich sei festzustellen, dass durch die Rammarbeiten, die Vibrationsrüttler sowie den Schwerlastverkehr direkt vor dem Schloss Erschütterungen in nicht unerheblichem Ausmaß stattfinden, teilte Bönsel mit. Bönsel: „In Eutin gibt es immer einen Hype, um Dinge die schiefgehen. Doch das genau ist die Grundhaltung, die Innovationen verhindert.“

Am Schloss gab es, ebenso wie am Ostholsteinmuseum, eine äußerliche Beweissicherung durch den städtischen Gutachter. „Das war mir nicht ausreichend genug bei so einem Gebäude“, sagte Jörg Paetow, Bauberater der Stiftung Schloss Eutin. Er forderte ein detaillierteres mit einer Begutachtung von innen. Das Thema Risse sei ein sehr sensibles seit den Schäden, die im Zusammenhang mit dem leergepumpten Graben 2006/07 entstanden sind. Paetow: „Bernd Rubelt ist ein sehr kooperativer Partner und hat die Kostenübernahme für ein intensiveres Beweissicherungsgutachten zugesagt.“ Das Schloss will hierbei auch das Ingenieurbüro Ewers zu Rate ziehen. „Jeden Raum unter die Lupe zu nehmen, wäre ein gigantischer Umfang, deshalb arbeiten wir in enger Absprache mit dem Schloss zusammen“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Mit Blick auf weitere Schadensmeldungen betonte er: „Im Labor kann sehr genau untersucht werden, woher die Risse kommen und von wann sie stammen.“

 


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