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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 23:50 Uhr

Ringen um Nachtdienst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In den Streit um den Oldenburger Notfalldienst zwischen Sana und Betriebsrat kommt Bewegung

von
erstellt am 06.Feb.2017 | 15:27 Uhr

In den Streit über eine lückenlose Notfallversorgung der Sana-Klinik Oldenburg kommt Bewegung: Geschäftsführer Klaus Abel hat gestern in einer Mitarbeiterversammlung angekündigt, dass es eine Notfallversorgung mit Operationen rund um die Uhr geben werde. Mit allen Beteiligten sei erneut gesprochen worden, die Lösung solle „rasch umgesetzt“ werden. Im übrigen sei eine ganztägige Notfallversorgung mit durchgehend anwesenden Internisten und Chirurgen immer garantiert gewesen, auch in der Nacht.

In einer Pressemitteilung führte Abel gestern aus, dass es mit der Einführung einer Rufbereitschaft für das Anästhesiepersonal zu Jahresbeginn eine Lösung zur Sicherstellung der Versorgung in den Abend- und Nachtstunden gegeben habe. Die sei aber durch eine Klage des Betriebsrats „gekippt“ worden (wir berichteten). Das Arbeitsgericht habe aber nicht die Rufbereitschaft selbst untersagt.

Er verstehe nicht, so Abel weiter, warum sich der Betriebsrat „so grundsätzlich“ einer Lösung entziehe, obwohl es für die Rufbereitschaft eine breite Zustimmung in Pflege und Ärzteschaft gebe. Alle Chefärzte und die Pflegedirektion hätten sich am Wochenende hinter die Geschäftsführung gestellt. Das Modell einer Rufbereitschaft statt eines Bereitschaftsdienstes sei bereits im August 2016 erarbeitet worden, auch Anästhesie- und OP-Pflege hätten sich mehrheitlich für die Rufbereitschaft ausgesprochen.

„Das Personal ist vorhanden, die Dienstpläne sind geschrieben, Ausfallkonzepte angedacht und in Vorbereitung zur zeitnahen Umsetzung.“ Andere Kliniken mit ähnlichen Strukturproblemen seien da weitaus flexibler. Und für Krankenhäuser werde es immer schwerer, den Spagat zwischen den gesetzlichen Anforderungen und der Realität zu schaffen: „Gerade der Personalmangel bei Ärzten und in der Pflege stellt kleinere Häuser massiv vor Probleme.“

In Richtung Betriebsrat kündigte Abel an: „Wir werden weiter das Gespräch suchen, um zu einer für alle Patienten und Mitarbeiter vernünftigen Lösung zu kommen.“ Wie die Notfallversorgung ohne Einigung mit dem Betriebsrat aussehen soll, steht nicht in der Mitteilung. Die Vorsitzende des Betriebsrates, Beate Fleischmann, hat sie aber in der Mitarbeiterversammlung gehört: Notfalls mit Honorarkräften. Leider, so Fleichmann zum OHA, sei eine Rückkehr zum Bereitschaftsdienst zumindest so lange, bis mit dem Betriebsrat eine Einigung erzielt worden sei, nicht geplant.

Der Betriebsrat habe der Geschäftsführung noch in dieser Woche Gesprächstermine vorgeschlagen, sagte Fleischmann weiter. Allerdings müsse der Termin auch der seit Dezember eingesetzten Einigungsstelle passen.

Fleischmann versicherte die Bereitschaft des Betriebsrates zu einer Einigung. Aber die Geschäftsführung müsse mehr als nur Ankündigungen vorlegen. So sei zum Beispiel die Einführung einer Rufbereitschaft ohne Ausfallkonzept nicht denkbar. Im übrigen stimme es nicht, dass nur zwei von 15 Ärzten und Pflegekräften der Anästhesie gegen die Rufbereitschaft seien: „Das sind mehr.“

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