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Eutin : Riesiges Interesse an der Arp-Ausstellung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fast 300 Besucher kamen am Sonntag in das Eutiner Ostholstein-Museum

von
erstellt am 23.Feb.2015 | 04:30 Uhr

Wenn das Interesse an der Vernissage ein Omen ist, dann wird die erste Ausstellung des Ostholstein-Museums in diesem Jahr ein Publikumsmagnet: Fast 300 Besucher kamen gestern zur Eröffnung der Schau „Michael Arp – Der Blick zurück“.

Dieser Zulauf ist sicher der Bedeutung des Malers geschuldet. Es kamen aber auch viele, die Michael Arp persönlich kannten, der 1955 in Eutin geboren wurde, 1976 an der Voß-Schule sein Abitur erwarb und 1978 zum Studium von Kunst und Geschichte in Kiel seine Heimatstadt verließ.

Die Eutinerin Heide Stock erinnert sich an Michael Arp, als er Ende der 1970er Jahre ein Praktikum an der Gustav-Peters-Schule machte, zu dessen Kollegium sie gehörte: „An Stelle eines Schlipses trug er ein rot-weiß gestreiftes Absperrband. Das sah originell aus.“

Stephan Richter (Flensburg), Sprecher der Chefredakteure unseres Zeitungsverlages, hatte Arp nur einmal getroffen, im Sommer 2013 für ein Interview in Verbindung mit einer Ausstellung im Schloss Gottorf. Es sollte bei dieser einen Begegnung bleiben, im September 2013 starb Arp.

Das Treffen war für Richter, wie er gestern bei der Einführung in die Ausstellung schilderte, von nachhaltiger Wirkung. Er schilderte die Begegnung in der Reithalle von Schloss Gottorf, vor drei Werken Arps, wobei er einräumte, dass sich die Faszination der Gemälde Arps nicht sofort eingestellt habe. Arps Motive, viele Landschaften, Regenbilder und Technik-Stillleben, seien realistisch, aber keine fotografischen Abbildungen. Die Bilder vereinnahmten den Betrachter nicht, sondern setzten ihn in eine emotionale Gegenposition, ließen ihn aber auch nicht so schnell los.

Bei Arps Bildern, so Stephan Richter weiter, sei ihm spontan die Definition Adornos einfallen: „Kunstwerke, die der Betrachtung und dem Gedanken ohne Rest aufgehen, sind keine.“ Dieser Rest wohne den Bildern Arps inne, wie seine Begegnung mit dem Maler habe auch die Begegnung mit seinen Bildern eine nachhaltige Wirkung erzeugt.

Ein Mann, der seiner Passion nachgehe, sei etwas gutes, denn als Frau wisse man immer, wo er sich aufhalte, sagte Christin Arp, die mit ihrem Mann 1990 ein Haus in Grödersby an der Schlei bezogen hatte, wo auch die beiden Kinder des Paares aufwuchsen. Ob frisch gekauftes Gemüse oder Hausratsgegenstände, wenn plötzlich etwas verschwunden sei, habe man es im Atelier ihres Mannes wiederfinden können.

Christin Arp habe intensiv an der Gestaltung der Ausstellung in Eutin mitgearbeitet, berichtete die Museumsleiterin Dr. Julia Hümme von vielen Telefonaten und Gesprächen. Die Arbeit habe sich gelohnt: Das Ergebnis hätte ihrem Mann gefallen, bekundete Christin Arp ihre Überzeugung. siehe auch Kultur Seite 22


Michael Arp: Der Blick zurück, rund 100 Bilder aus dem Nachlass des Künstlers, Ostholstein-Museum, Eutin, bis 26. April, mi-fr 15-17 Uhr; sa + so, Feiertags 11-17 Uhr, Katalog im Wachholtz Verlag

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