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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 13:52 Uhr

Riesenkrach bei Malenter Grünen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fraktionschef gibt alle Ämter ab, Dagmar Nöh-Schüren verlässt die Fraktion

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2016 | 18:53 Uhr

Die Auseinandersetzung schwelte schon seit längerem, jetzt ist sie eskaliert, und die Fraktion der Malenter Grünen steht vor einem Scherbenhaufen. Am Sonntag erklärte Dagmar Nöh-Schüren ihren Rückzug aus der Fraktion. Nur einen Tag später zog gestern Fraktionschef Michael Winkel, der Nöh-Schüren im Januar 2015 in diesem Amt beerbt hatte, die Konsequenzen: Er gibt nicht nur den Fraktionsvorsitz auf, sondern auch sein Amt als Gemeindevertreter.

Damit ist die Fraktion von fünf auf drei Mitglieder geschrumpft. Die Folgen sind noch gar nicht absehbar: „Es kann gut sein, dass wir uns komplett auflösen“, erklärte Andreas Endler, der die Fraktion nun kommissarisch führt. „Es kann aber auch sein, dass wir das irgendwie auffangen.“ Er wolle innerhalb einer Woche eine Entscheidung herbeiführen, wie es weitergehe, erklärte Endler. Offen ist auch, ob Nöh-Schüren Vorsitzende des Werkausschusses bleibt.

Die Personaldecke der Malenter Grünen mit einem Dutzend Mitgliedern ist dünn. Einer von vier möglichen Nachrückern habe Bereitschaft signalisiert, als Gemeindevertreter anzutreten, sagte Endler, der selbst beruflich stark eingebunden ist. Doch die zurückgetretenen Fraktionsmitglieder hätten wesentliche Aufgaben übernommen, die nicht einfach auszufüllen seien.

Der große Knall ist Höhepunkt eines Machtkampfs. Winkel hatte den Vorsitz der Fraktion übernommen, weil die Grünen im Umgang mit den anderen Fraktionen mehr auf Kooperation denn auf Konfrontation setzen wollten. Dies sah Winkel aber durch das Agieren von Nöh-Schüren zusehends erschwert. „Die Differenzen – insbesondere meinen Führungsstil betreffend – wuchsen seit meiner Funktion als Fraktionsvorsitzender und die Vorwürfe und die Kritik wurden Stück für Stück massiver“, erklärte er. Winkel pochte schließlich auf einen kompletten Rückzug Nöh-Schürens aus der Kommunalpolitik. Zwar habe sie mit diesem Gedanken gespielt, sagte Nöh-Schüren, sei aber letztlich nicht dafür bereit gewesen. Dafür sei sie zu sehr mit dieser Arbeit verbunden.

Kuriosität am Rande: Winkel war erst vor etwa zwei Monaten Mitglied der Grünen geworden. Wie Nöh-Schüren bleibt er der Partei treu.

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