„Riesenfortschritt“ für die Ausbildung

Angehende Kfz-Mechatroniker sowie (v.re.) Carsten Ingwertsen-Martensen, Rolf Schöning (stellv. Obermeister), Reinhard Henß-Thamm und Dr. Matthias Badenhop (Kreis Ostholstein) nahmen die Autos von Frank Famulla und Thomas Seemann in Empfang.
Angehende Kfz-Mechatroniker sowie (v.re.) Carsten Ingwertsen-Martensen, Rolf Schöning (stellv. Obermeister), Reinhard Henß-Thamm und Dr. Matthias Badenhop (Kreis Ostholstein) nahmen die Autos von Frank Famulla und Thomas Seemann in Empfang.

Die Kfz-Sparte der Eutiner Berufsschule hat zwei fabrikneue Kleinwagen erhalten / Eines der Fahrzeuge soll demnächst zersägt werden

shz.de von
14. Januar 2016, 14:25 Uhr

Reinhard Henß-Thamm sprach von einem „Riesenfortschritt“: Der Grund für die Freude des Fachlehrers für die Kfz-Klassen an der Eutiner Berufsschule war die Spende von zwei silberfarbene Kleinwagen, die gestern in der Kfz-Werkstatt der Berufsschule übergeben wurden und künftig für die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker und zum Automobilkaufmann genutzt werde sollen.

Die beiden fabrikneuen Autos ergänzen zwei vorhandene und ersetzen zwei ältere Fahrzeuge, die verschlissen und beispielsweise bei der Abgasnorm nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik sind. „So können wir üben, was der Lehrplan vorgibt“, erklärte Carsten Ingwertsen-Martensen, Leiter der Beruflichen Schulen des Kreises Ostholstein. Damit erhalte der Standort Eutin mit seinen zurzeit 125 Berufsschülern seine Attraktivität im Bereich der Kfz-Ausbildung.

Während das eine Fahrzeug künftig für das Üben von Achsvermessungen genutzt wird, „erleidet“ das zweite Fahrzeug ein hartes Schicksal. Es wird nämlich mit einem Trennschleifer in der Mitte durchgesägt. „Der hintere Fahrzeugteil ist sowieso immer ziemlich unnütz“, kommentierte Henß-Thamm die anstehende Aktion ungerührt. Der vordere Fahrzeugteil mit dem Motor werde dann per Fahrstuhl in den Computerraum transportiert. Dort könnten dann künftig viel mehr Berufsschüler gleichzeitig per Bluetooth den Diagnosecomputer mit dem Fahrzeug verbinden als es bislang in der Kfz-Werkstatt der Fall gewesen sei.

Thomas Seemann, Vertreter des Sponsors Hyundai Motor Deutschland mit Sitz in Offenbach, hatte denn auch gegen die angekündigte Zerstörung des einen der gespendeten Kleinwagen nichts einzuwenden. „Davon hat die ganze Branche etwas, die braucht qualifizierte Arbeitskräfte“, erklärte er zur Motivation seines Unternehmens, die beiden fabrikneuen Kleinwagen vom Typ „i  10“ im Gesamtwert von rund 22  000 Euro bereitzustellen. Er machte aber auch deutlich, dass dies nicht alltäglich sei. „Für Hyundai Motors Deutschland ist das schon etwas Besonderes.“

Ermöglicht hat die Spende der Obermeister der Kfz-Innung Ostholstein-Süd, Frank Famulla. Über seinen Betrieb in Stockelsdorf lieferte Hyundai die beiden Fahrzeuge. Dabei habe der Kreis Ostholstein mit seinen Vorleistungen gute Argumente geliefert, berichtete Famulla. So sei die Kfz-Werkstatt der Schule nicht nur renoviert, es sei auch eine Druckluftbremse im Wert von 25  000 Euro für die Ausbildung im Nutzfahrzeugbereich angeschafft worden. Damit habe er Hyundai überzeugen können, die Fahrzeuge zu spenden.

Ein kleines und ein größeres Anliegen hat Reinhard Henß-Thamm jetzt noch. Das kleine sind noch ein oder zwei Bluetooth-Diagnose-Karten, damit noch mehr Schüler gleichzeitig an einem Motor arbeiten können. Das große: „Wir brauchen ein Hybrid-Fahrzeug.“ Denn im Lehrplan stehe auch der Umgang mit dieser Technik.

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