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Riemannstraße: „Kein Recht auf unverbauten Blick“

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadtvertreter beschließen umstrittenen B-Plan 118 und sehen es als „guten Kompromiss“. Ist der rechtskräftig, kann Investor Kruse aus Bauanträge stellen

Die Stadtvertreter haben in ihrer jüngsten Sitzung den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan 118 beschlossen. Sobald der B-Plan rechtskräftig ist, können entsprechende Bauanträge gestellt werden, erklärte Bauamtsleiter Bernd Rubelt auf Nachfrage.

Um den B-Plan 118, der ursprünglich mit der Planung zur rückwärtigen Bebauung der Riemannstraße auf der einstigen Hofstelle des Bauern Wiese begann, gab es jahrelange Diskussionen. Noch in der Stadtvertretersitzung sprachen Anwohner und Anrainer von ungeklärten Wegerechten, „nicht hinnehmbaren Umständen“ und „verbauter Sicht“.

Der Bauherr Hans-Rudolf Kruse aus Bad Schwartau plant im rückwärtigen Bereich der Grundstücke 90 bis 94 den Neubau von zwei Doppelhäusern mit je 120 Quadratmeter Grundfläche und zwei Mehrfamilienhäuser (Grundfläche rund 280 bzw. 400 Quadratmeter) mit insgesamt 23 Wohneinheiten. Zur Erschließung der hinteren Häuser ist eine Ringstraße geplant (Einfahrt Riemannstraße 90/92, Ausfahrt 94). „Die führen direkt an unserem Schlafzimmer vorbei. Das geht nicht. Das würden Sie auch nicht wollen“, mokierten langjährige Anwohner. Aus Sicht von Heiko Godow (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, ist der beschlossene B-Plan ein guter Kompromiss: „Wir haben die Notwendigkeit einer städtebaulichen Planung gesehen. Innenstadtentwicklung ist schon lange ein Thema für uns. Hätten wir diesen Plan nicht aufgestellt, wäre da baurechtlich viel mehr möglich gewesen.“ In Richtung Anwohner sprachen nahezu alle Stadtvertreter eine deutliche Sprache: „Sichtachsen dienen keinem speziellen Hausbesitzer, sondern dem Blick aus der Riemannstraße in die Landschaft. Es handelt sich hier um keine Gefälligkeitsbebauung.“ Der Anspruch auf unverbauten Blick existiere nicht, erinnerte Karlheinz Jepp (SPD). „Wann immer wir Wohnraum in der Landschaft schaffen, haben wir die Diskussionen. Das war bei den Wohngebieten hinterm Meinsdorfer Weg damals nicht anders.“

Malte Tech (FWE) stimmte als einziger Vertreter gegen den B-Plan, da er die Durchfahrt von 2,72 Meter für die Feuerwehr für zu gering hielt, ansonsten „sei das verglichen mit der einstigen Planung eines 74 Meter Riegels nicht die schlechteste Lösung“. Doch Ortswehrführer Wolfgang Mews hatte im Ausschuss zuvor nach einer Ortsbesichtigung versichert, dass der Wehr dies im Ernstfall genüge.

Jens-Uwe Dankert (FDP) erinnerte daran, dass Eutin bezahlbaren Wohnraum dringend benötige und mit Kruse ein Investor bereit sei, „Millionen zu investieren, um diesen Wohnraum zu schaffen“. Eike Diller (Grüne) sah in der aktuellen Planung auch einen guten Kompromiss für die Natur.

Das von den Anwohnern angeprangerte fehlende Wegerecht existiere, bestätigte Rubelt. Ein Leitungsrecht gebe es nicht, die könnten aber auch über andere Grundstücke laufen.

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erstellt am 30.Mär.2016 | 04:23 Uhr

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