Eutin : Rick’s-Café-Konzept ging nicht auf – Versteigerung

So sieht Rick’s Café vom Hinterhof (Zugang vom Jungfernstieg) aus. Der Verkehrswert wurde auf 45000 Euro geschätzt. Dafür hat der Geschäftsmann vor drei Jahren die Fläche selbst ersteigert.
So sieht Rick’s Café vom Hinterhof (Zugang vom Jungfernstieg) aus. Der Verkehrswert wurde auf 45000 Euro geschätzt. Dafür hat der Geschäftsmann vor drei Jahren die Fläche selbst ersteigert.

Ein Miteigentümer bot 23 000 Euro für das Eutiner Billard-Café eines Lübecker Geschäftsmannes, aber der Zuschlag wurde noch nicht erteilt.

shz.de von
07. Juli 2015, 04:00 Uhr

Die Zeiten, in denen an den Bundes-Kegelbahnen in der Lübecker Straße 7-9 kein Platz zu kriegen war, sind lange vorbei. Auch die der Pizzen im einst angesagten „Feuerstein“. Lange stand das heutige „Rick’s Café“ leer, bis 2012 ein Lübecker Geschäftsmann die Gastronomiefläche samt Kegelbahn ersteigerte. Doch auch er scheiterte, blieb Zahlungen schuldig. Die Miteigentümer des Komplexes klagten deshalb. Gestern kam es zur Zwangsversteigerung der rund 1000 Quadratmeter großen Fläche am Eutiner Amtsgericht. Mindestgebot für den Gebäudeteil aus den 80er Jahren: 23  000 Euro.

„Er war damals euphorisch, er wollte dort sein Konzept von ,Rick’s Café’ umsetzen“, erzählt Frank Wuschke, ein Freund des Geschäftsmannes. In Kiel und Lübeck hatte der Lübecker mit „Rick’s Café “ – einer Kombination aus Billard und Gastronomie – Erfolg. Umso trauriger sei es, dass er die beiden Läden für sein Vorhaben in Eutin aufgegeben habe. Wuschke: „Der ganze Laden war damals zugemüllt. Er hat viel investiert, um die Kegelbahnen aus- und neue Billardtische einzubauen.“ Doch leicht habe er es nicht gehabt. Wuschkes Vorwurf: „Die Stadt hat sich ein Jahr Zeit gelassen, bis er eine Betriebsgenehmigung für die eine Hälfte des Ladens bekommen hatte. Die Konzession für die andere Hälfte hat er bis heute nicht, weil nicht genügend Parkplätze nachgewiesen werden konnten.“ Deshalb sei auch die Generierung des erhofften Einkommens nicht möglich gewesen und die Schuldensumme von knapp 29  000 Euro Hausgeld aufgelaufen.

Dieser Betrag, der größtenteils auch durch die Fassadensanierung zur Lübecker Straße hin entstanden sein soll, sowie das ausstehende Hausgeld veranlasste die Miteigentümer schließlich im April 2014 zur Klage, die wiederum in der Zwangsversteigerung mündete. Wuschke: „Von der Sanierung an der Lübecker Straße hatte er nicht viel, sein Eingang von der Rückseite ist immer noch spartanisch.“

Was sagen die Miteigentümer und Bieter? „Die Hausgeldrückstände sollen nicht noch weiter ausufern“, sagte Konrad Rudzik stellvertretend. Im Gebäudekomplex seien vier Wohneinheiten und sieben gewerblich genutzte Flächen. Ein Teil davon gehört dem Noch-Besitzer von „Rick’s Café“. Rechtspflegerin Marianne Schnepel wollte gestern schon den Zuschlag an Konrad Rudzik für 23000 Euro verkünden, als plötzlich der Anwalt der Wohnungseigentümer um eine Aufschiebungsfrist von drei Wochen bat. Danach hat der Lübecker Geschäftsmann weitere zwei Wochen Zeit, um eine Beschwerde einzulegen.

Wuschke: „Er kann sich jetzt überlegen, ob er die Summe noch zahlt. Aber es stößt auf jeden Fall nicht auf Begeisterung, wenn für ein kleines Geld das Eigentum und die Existenz weg ist.“ Der Geschäftsmann habe mehr als 100  000 Euro investiert, der Markt in Eutin sowie die fehlende Konzession für einen Teil der Fläche haben es ihm laut Wuschke schwer gemacht. Was genau die neuen Besitzer im Fall des Zuschlags Ende Juli mit der Fläche machen wollen, blieb gestern offen. „Aber auf jeden Fall etwas Anderes.“ emd

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen