Revolution in der Malenter SPD

Sie wollen für die SPD in die Gemeindevertretung: (von links) Bernhard Kardell, Janne Käckenmeister, Dr. Pia Glorius, Thomas Buchwald, Anja Brocke, Andreas Hillesheim, Martina Kardell, Philip Kardell, Niclas Dürbrook und Carmen Weber.
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Sie wollen für die SPD in die Gemeindevertretung: (von links) Bernhard Kardell, Janne Käckenmeister, Dr. Pia Glorius, Thomas Buchwald, Anja Brocke, Andreas Hillesheim, Martina Kardell, Philip Kardell, Niclas Dürbrook und Carmen Weber.

Jürgen Redepenning muss gehen / Nur noch ein amtierender Gemeindevertreter steht auf der Kandidatenliste für die Wahl am 6. Mai

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01. Februar 2018, 20:31 Uhr

Der Machtkampf hatte sich abgezeichnet, doch das Ergebnis der Kandidatenkür bei der Malenter SPD am Mittwochabend ist dann doch eine Überraschung. Bernhard Kardell wird am 6. Mai als Spitzenkandidat der Malenter SPD ins Rennen um die Mandate in der Gemeindevertretung gehen. Jürgen Redepenning, seit 1980 Gemeindevertreter und seit rund einem Vierteljahrhundert Fraktionschef, wird der nächsten Gemeindevertretung dagegen nicht mehr angehören – obwohl der 65-Jährige, der seit gestern im Ruhestand ist, durchaus Ambitionen hatte, weiterzumachen.

„Die Mitglieder der Malenter SPD haben die Weichen für die Kommunalwahl 2018 gestellt und dabei auch einen Generationenwechsel eingeleitet“, erklärte Kardell. Der 57-jährige, ehemalige Bankangestellte, der als Personalberater und Heilpraktiker arbeitet, war erst 2016 in die SPD eingetreten und hatte im März vergangenen Jahres den Vorsitz im SPD-Ortsverein von Andreas Hillesheim übernommen. Der 63-jährige Rechtsanwalt ist der einzige amtierende Gemeindevertreter, der auf Platz drei noch auf der Kandidatenliste steht. „Unter den ersten zehn Listenplätzen finden sich fünf Frauen und viele neue Gesichter“, erklärte Kardell. Erfahrene Kommunalpolitiker ergänzten das Team.

Auf der Liste folgen auf Kardell die Rechtsanwaltsfachangestellte Anja Brocke (48), Andreas Hillesheim und die Psychologin Janne Käckenmeister (27). Sie ist die Lebensgefährten des SPD-Kreisvorsitzenden Niclas Dürbrook (27), der auf Listenplatz acht steht.

Warum die 25 anwesenden SPD-Mitglieder gegen ihn revoltierten, mochte Redepenning nicht weiter erörtern. „Die Kandidaten-Aufstellung war eine gut vorbereitete demokratische Abstimmung von Parteifreunden, die ich teilweise gar nicht kannte, die mich aber unbedingt loswerden wollten, warum auch immer“, erklärte Redepenning. Näheres könne sicherlich der SPD-Vorstand um Bernhard Kardell sagen. Trotz der schmerzhaften Niederlage zeigte sich Redepenning weiter als treuer Parteigänger. „Ich wünsche allen Malenter SPD-Kandidatinnen und -Kandidaten für die Kommunalwahl viel Erfolg und ein gutes Ergebnis.“ Er hoffe, dass möglichst viele von ihnen in der neuen Gemeindevertretung Platz nehmen könnten. Selbstverständlich werde er seine Ämter als Fraktionschef und stellvertretender Bürgermeister bis zum Ende der Amtsperiode ausfüllen, bekräftigte Redepenning. Künftig ebenfalls nicht mehr dabei sein werden die Gemeindevertreter Heino Anders, Christel Küster, Helmut Wagner, Ilse Wenskus und Heiner Woller.

Gemeinsam werde sich das neue Team jetzt an die Erarbeitung des Wahlprogramms machen, kündigte Kardell an. Nachdem viele Malenter sich in den vergangenen Monaten am Zukunftsprozess „Malente 2030“ beteiligt und viele Ideen und Projektvorschläge eingebracht hätten, gehe es der SPD jetzt darum, die konkrete Umsetzung dieser Ansätze konstruktiv zu unterstützen.

„Malente 2030“ sei eine große Chance, die Gemeinde wieder nach vorne zu bringen. Diese Möglichkeit dürfe nicht verpasst werden. „Wir wollen und werden unseren Beitrag zum Gelingen leisten“, versicherte Kardell, der dabei einen engen Draht zu den Bürgern aufbauen will. „Zuhören ist angesagt.“ Ebenso wichtig sei der SPD eine konstruktive und offene Zusammenarbeit mit der Malenter Gemeindeverwaltung, besonders Bürgermeisterin Tanja Rönck.

In der Zusammenarbeit mit den anderen Parteien wolle die Malenter SPD aus der Vergangenheit lernen und die Partei wieder stärker mit ihrem eigenen Profil sichtbar machen. Die Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen dürfte damit der Vergangenheit angehören.

Wichtig sei ihm dabei, stets auf der Sachebene zu bleiben, und einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen, betonte Kardell. Ausbauen wolle er die Öffentlichkeitsarbeit. Die Malenter sollen verstärkt die Möglichkeit bekommen, sich über Ziele, Positionen und Argumente der SPD zu informieren.

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