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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 02:22 Uhr

Revolution im Eutiner Holstenweg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fahrradfahrer dürfen die Einbahnstraße zwischen Holstenstraße und Bismarckstraße neuerdings auch in der Gegenrichtung nutzen

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 14:38 Uhr

Die Eutiner Fahrradinitiative hat sie als „echte Revolution“ bejubelt, auch wenn sie ganz klein und versteckt sei: Mit dem Holstenweg – zwischen Holstenstraße und Bismarckstraße – gibt es Eutins erste Einbahnstraße, die für Fahrradfahrer in Gegenrichtung geöffnet ist. In Eutin mag das zwar als revolutionär empfunden werden, deutschlandweit hat sich diese Lösung allerdings schon seit Ende der 90er Jahre verbreitet, wie die Fahrradinitiative weiß. Damit werde eine Praxis legalisiert, die ohnehin schon längst üblich gewesen sei: „Seit der Öffnung dürfen also Schüler und Anwohner legal das tun, was sie hier schon immer getan haben, nämlich den kürzesten, bequemsten und sichersten Weg wählen“, so die Fahrradfreunde. Sicherheitsbedenken teilen sie nicht. Im Gegenteil: Entgegen der Einbahnstraßenbeschilderung radeln zu dürfen, bedeute nachweislich besonders sicheres Fahren.

Alle Autos, die dem Radler gefährlich werden könnten, kämen von vorn, die Fahrer hätten damit immer Sichtkontakt, was Sicherheit bedeute. Ausparkende Fahrzeuglenker sähen die entgegenkommenden Radler ebenfalls von vorn, anders als in der Standardsituation, wo viele Autofahrer den Schulterblick versäumten und einfach losführen.

Die Einrichtung von Einbahnstraßen diene der Lenkung des motorisierten Verkehrs, weil er vielerlei Gefährdungen und Belästigungen mit sich bringe. Dass Radfahrer auch von der Einschränkung betroffen seien, sei nicht mehr als ein unsinniger Fehler, glauben die Fahrradfreunde. Radfahrer seien umwegempfindlich: Wenn sie ständig zusätzliche Wege in Kauf nehmen müssten, kürzten sie entweder – auch mal ordnungswidrig – ab, oder sie verlören die Lust am Radfahren, was mehr Autoverkehr bedeute.

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