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Ostholstein/Stormarn : Rettungsleitstelle wehrt sich gegen Kritik

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ist die auch für den Kreis Ostholstein zuständige Integrierten Rettungsleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe unterbesetzt? Gibt es zu lange Wartezeiten? Ein Gutachten soll Klarheit bringen.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 04:00 Uhr

Seit Februar 2013 werden Einsätze und Krankentransporte für den Kreis Ostholstein von der Integrierten Rettungsleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe organisiert. Mehr als 110 000 Mal wurde die IRLS im vergangenen Jahr tätig – nicht immer klappte alles reibungslos. Kritik blieb deshalb nicht aus.

Einen neuen Chef der IRLS hatte der federführende Kreis Stormarn fast ein dreiviertel Jahr gesucht, bevor im April Frank Wojciechowski Vorgesetzter der rund 30 Mitarbeiter wurde. Die Sollstärke erreichte die Leitstelle allerdings selten. In der Spitze waren bis zu sieben Disponenten zeitgleich erkrankt, was zu Unterbesetzungen und Wartezeiten bei Anrufen führte. Dass sowohl Anrufer von außen als auch Feuerwehren bei der IRLS häufig nicht durchkamen, bestreitet Ordnungsamtsleiterin Anja Kühl: „Das stimmt einfach nicht. Wir machen gerade eine Nachbetrachtung. Das bewegt sich im Promillebereich.“ Auch die vorgeschriebene Hilfsfrist von zwölf Minuten habe fast immer eingehalten werden können, „und die beginnt mit dem Anruf.“

Dass die Disponenten selbst gute Arbeit leisten, bestätigen auch die Hilfsorganisation. Die waren in den vergangenen Monaten aufgrund der Fehlzeiten stark gefordert. „Für einen der drei Dauerkranken habe ich jetzt Ersatz, einer steigt im November wieder nach dem Hamburger Modell ein, und im Dezember kommt noch eine halbe Kraft“, sagt Anja Kühl.

Die Sollbesetzung sind sechs Disponenten am Tag und drei in der Nacht. Die IRLS ist für drei Kreise, Ostholstein, Stormarn und das Herzogtum Lauenburg und damit für 625 000 Menschen und das Gebiet von Fehmarn bis Geesthacht zuständig.

Bei einem Besuch vor Ort verschaffte sich jetzt auch der ostholsteinische CDU-Kreistagsfraktion ein Bild von der Arbeit der IRLS. „Kreisspezifische Besonderheiten, eine landesweite einheitliche Sprache bei den Einsatz-Stichwörtern für die Feuerwehren sind noch Merkmale, die sich im Optimierungsprozess befinden“, sagte Fraktionsvorsitzende Timo Gaarz.

Ob mehr Personal in der IRLS notwendig ist, wird gerade von Gutachtern geprüft. Nur wenn die „Ja“ sagen, übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Der erste Entwurf der Expertise soll Ende des Monats vorliegen.

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