Ostholstein/Plön : Retter trainieren für den Ernstfall

Jugendwehren aus dem Kreis Ostholstein bekämpften am Samstag einen fiktiven Waldbrand. Fotos: Roswitha Hartmann
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Jugendwehren aus dem Kreis Ostholstein bekämpften am Samstag einen fiktiven Waldbrand. Fotos: Roswitha Hartmann

Großübungen von Feuerwehr, Sanitätsdienst, Polizei und weiterer Hilfsorganisationen in der Region. Dabei gab es sogar eine Premiere im Seescharwald.

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28. Oktober 2018, 17:30 Uhr

Ein Waldbrand, ein schwerer Verkehrsunfall und ein Sprinter, der in eine Menschenmenge rast: Mit unterschiedlichen Szenarien trainierten Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und weitere Hilfsorganisationen am Wochenende für den Ernstfall.


Eutin: Jugendwehren bekämpfen Waldbrand

Reges Treiben herrschte am Sonnabend im Seescharwald: Rund 300 Jugend-Feuerwehrleute und 40 Fahrzeuge waren angerückt, um einen simulierten Waldbrand zu bekämpfen. Es war die erste Übung dieser Art, bei der alle Jugend-Feuerwehren aus dem Kreis Ostholstein teilnahmen.

Mit Nebelmaschinen wurde der Brand an verschiedenen Stellen simuliert. Insgesamt rund zwei Kilometer Schläuche mussten quer durch den Wald verlegt werden, um das vermeintliche Feuer zu bekämpfen. Zusätzlich baute das THW große Becken als Wasserspeicher auf. Konzentriert und ehrgeizig gingen alle Teilnehmer zu Werke und absolvierten mit Bravour ihre Aufgaben. Dabei wurden sie von der Eutiner Kinderfeuerwehr beobachtet, wobei die jüngsten Blauröcke nur zu gerne mitgemacht hätten, was aufgrund des Alters jedoch nicht zu verantworten war.

Zusätzlich zur Bekämpfung des Waldbrandes mussten die Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren vermisste Personen finden und sie zu den Sanitätern führen. Hierfür standen Kräfte des Malteser Hilfsdienstes zur Verfügung, die genau wie die Johanniter und eine Jugendgruppe des THW Plön zum Gelingen dieser Großübung beitrugen.

Nach gut vier Stunden hatten die jungen Feuerwehrleute ihre Aufgaben erledigt und stärkten sich anschließend bei guter Stimmung mit Spaghetti, die das DRK Neustadt zubereitet hatte. Unterdessen zogen die Fachbereichsleiter Sven Lange und Stephan Perner, die die Großübung organisiert hatten, ein erstes Fazit: „Alle Wehren haben ihre Aufgaben gut erledigt. Wir sind mit dem Ablauf sehr zufrieden und wollen diese Veranstaltung in zwei Jahren wiederholen“, kündigte Perner an.


Plön: Sanitäter üben für Verkehrsunfall

Die Notfallsanitäter des zweiten und dritten Ausbildungsjahres im Rettungsdienst des Kreises Plön absolvierten ebenfalls am Sonnabend einen aufreibenden Tag. Im Rahmen der Praxisausbildung übten sie den Einsatz bei mehreren Szenarien. Höhepunkt war die Rettungsaktion bei einem schweren Verkehrsunfall. Am Vormittag stellten die Auszubildenden aus den Wachen in Plön und Preetz unter anderem bei einem Leitersturz, einem Asthmaanfall und einem Herzinfarkt ihr Können unter Beweis. Am Nachmittag wurden sie zu einem Verkehrsunfall beim Gut Friedrichshof gerufen. Hier galt es den schwerverletzten Fahrer und seine Beifahrerin zu bergen und zu versorgen. Die beiden „Opfer“ waren zuvor realitätsnah geschminkt worden und spielten ihre Rollen sehr überzeugend. Bei der Bergung half die Feuerwehr Bösdorf, die das demolierte Fahrzeug aufschneiden musste. Am Ende wurden beide Verletzten geborgen und versorgt.

Obwohl die genaue Beurteilung der Vorgehensweisen durch zwei erfahrene Bewerter erst im Abschlussgespräch vorgenommen wurde, zogen Björn Lüth und Michael Gärtner, die für die Ausbildung zuständig sind, bereits am Unfallort ein positives Fazit. „Wir sind mit den gezeigten Leistungen insgesamt sehr zufrieden. Schließlich kamen die Teilnehmer zum ersten Mal in die Stresssituation, allein Entscheidungen treffen zu müssen“, sagte Björn Lüth, der von sehr anspruchsvollen Aufgaben sprach.


Neustadt: Sprinter rast in Menschenmenge

Mehr als mehr als 120 Einsatzkräfte übten am Freitag den Umgang mit einem „Massenanfall von Verletzten“. Angenommen wurde, dass der Fahrer eines Sprinters durch einen Unfall in den Außenbereich eines Cafés gerast war. Von Hilfsorganisationen, Polizei und Schön-Klinik war das Szenario über mehrere Wochen hinweg ausgearbeitet worden. Es galt, die Verletzten schnellstmöglich zu versorgen. Die Verantwortlichen der Organisationen zeigten sich auch hier zufrieden mit dem Verlauf der Übung.
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