Eutin : Rettberg-Kaserne öffnet ihre Tore

Warben mit „Jubiläums-Fennek“ für den Tag der offenen Tür in der Rettberg-Kaserne: Dieter Holst (links), Tobias Aust und Carsten Behnk (rechts), hier im Gespräch mit Günter Tzschentke.
Warben mit „Jubiläums-Fennek“ für den Tag der offenen Tür in der Rettberg-Kaserne: Dieter Holst (links), Tobias Aust und Carsten Behnk (rechts), hier im Gespräch mit Günter Tzschentke.

Mit einem Appell und einem Tag der offenen Tür und begeht das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ sein 60-jähriges Bestehen – und lädt auch Skeptiker ein.

shz.de von
15. September 2018, 12:16 Uhr

Günter Tzschentke lässt keinen Zweifel aufkommen: „Das wär ja wohl nichts, wenn ich nicht hingehen würde“, versichert er mit Blick auf die Jubiläumsveranstaltung zum 60-jährigen Bestehen des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“. Das wird am Sonnabend, 22. September, von 10 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür in der Eutiner Rettberg-Kaserne begangen.

„Ich bin hier groß geworden“, sagt Tzschentke im Gespräch mit Bürgervorsteher Dieter Holst, Bürgermeister Carsten Behnk und Tobias Aust. Der Kommandeur ist an diesem Sonnabendvormittag mit sechs weiteren Soldaten und Panzerspähwagen – einem entsprechend bedruckten Jubiläums-Fennek – zum Eutiner Wochenmarkt gekommen, um für die Jubiläumsfeier zu werben. Von 1969 bis 1980 sei er in der Rettbergkaserne stationiert gewesen, zuletzt im Rang eines Hauptfeldwebels, berichtet Tzschentke. Danach sei er zwar nach Mannheim versetzt worden, doch nach Eintritt in den Ruhestand 1987 sei er nach Eutin zurückgekehrt, schildert der 84-jährige, gebürtige Berliner. Damit ist der ehemalige Soldat einen gar nicht so untypischen Weg gegangen, wie Bürgermeister Behnk festgestellt hat. „Viele kommen wieder hierher“, weiß er. Das liege zum einen an der schönen Stadt, zum anderen aber auch an der Stimmung, die gegenüber der Bundeswehr in der Stadt herrsche.

Die lang gepflegte Freundschaft zwischen Stadt und Aufklärern habe auch dazu beigetragen, den Standort zu sichern, ist Bürgervorsteher Holst überzeugt. Und derzeit sieht es nicht so aus, als ob sich daran so schnell etwas ändern wird, nicht nur wegen der geplanten erheblichen Investitionen in den Standort. Kommandeur Aust sieht nach den vielen Strukturreformen der Vergangenheit keinen Bedarf für einen weiteren Abbau. „Das muss eher aufwachsen, weil die Lage das erfordert“, sagt er.

Bereits am Freitag, 21. September, wird es von 16.30 bis 17.30 Uhr einen Bataillonsappell auf dem Schlossplatz geben, dem ab 15.30 Uhr ein Platzkonzert vorausgeht. Als Redner werden Innenstaatssekretär Torsten Geerdts, die Bürgermeister der Patengemeinden Eutin und Bad Schwartau, Uwe Brinkmann, sowie Kommandeur Aust erwartet. Zum Abschluss führt eine Parade über den Jungfernstieg in die Kaserne.

Beim Tag der offenen Tür am darauffolgenden Sonnabend soll den Besuchern dann einiges geboten werden. Zum Programm gehören etwa statische und dynamische Waffenschauen, militärische Modenschau, Kinderspaß, Blaulichtmeile, Schlemmermeile, der Karrieretruck Bundeswehr und das „Leben im Felde“.

Aust heißt dabei nicht nur Ehemalige und Freunde der Bundeswehr willkommen, sondern auch kritische Geister. „Ich lade auch die skeptischen Bürger ein, mit uns inden Dialog zu treten“, sagt der Kommandeur. Die Bundeswehr in Eutin wolle sich nicht hinter Kasernenmauern verstecken.

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