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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 15:11 Uhr

Reitlehrer muss fast 4 Jahre hinter Gitter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

51-Jähriger hat Minderjährige auf seinem Reiterhof bei Plön sexuell missbraucht

von
erstellt am 23.Mär.2016 | 15:07 Uhr

Das Plöner Amtsgericht hat gestern einen 51-jährigen ehemaligen Reitlehrer aus dem Kreis Plön zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm diversen Missbrauch Minderjähriger, sexuelle Nötigung, gefährliche Körperverletzung, Betrug, Nachstellung und falsche Eidesstattliche Erklärungen vorgeworfen. Gleichzeitig sprach das Gericht den beiden Opfern des Reitlehrers Schadenersatz von 20  000 und 5000 Euro zu und verhängte für ihn ein Berufsverbot für drei Jahre. Das Gericht blieb damit nur geringfügig unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von vier Jahren Haft.

Mehr als deutliche Worte fand der Vorsitzende Richter des Schöffengerichts, Gillerke, in seiner knapp vierstündigen Urteilsbegründung nach 68 Verhandlungstagen. Der gesamte Lebenslauf des Angeklagten sei „eine einzige Legende“, so Gillerke wörtlich. Weder habe er Abitur noch ein Studium in den USA absolviert. Reitlehrer könne sich jeder nennen. Dass er ein erfolgreicher Springreiter gewesen sei, ließe sich keinesfalls nachweisen.

Ausführlich ging der Richter auf die dem Angeklagten zur Last gelegten Taten ein: Da waren zwölf Fälle des sexuellen Missbrauchs einer damals 16-Jährigen. 2009 kaufte sie ein Pferd von ihm, stellte es bei ihm auf seinem Reiterhof bei Plön unter und ritt dort. Hier kam es dann in der Folgezeit auch zu sexuellen Übergriffen, wobei der Angeklagte „den ihm zur Betreuung in der Lebensführung anvertrauten Schützling“ zu sexuellen Handlungen nötigte. Er nutzte die Abhängigkeit des Mädchens für sich aus, die er quasi im Vater-Tochter-Verhältnis zu dem teilweise auf dem Hof wohnenden Mädchen hatte.

In einem weiteren Fall verging er sich an der 16-Jährigen und einer Freundin von ihr in einer Kieler Wohnung. Auch in diesem Fall hatte der Angeklagte Druck ausgeübt - was ihm eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung einbrachte. Regungslos nahm der Angeklagte das Urteil entgegen, zog während der Begründung nur von Zeit zu Zeit mal die Augenbrauen hoch oder schüttelte den Kopf. Offen ist – ob wie seine beiden Anwälte nun das Urteil bewerten werden und ob sie in Revision gehen werden.

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