Reiterverein bläst zur Schleppjagd

Die Beagle-Meute hetzt hinter der Fährte her, lebendes Wild sollte sie dabei allerdings nicht zu fassen bekommen.
Die Beagle-Meute hetzt hinter der Fährte her, lebendes Wild sollte sie dabei allerdings nicht zu fassen bekommen.

Zur Schleppjagd hat der Ostholsteinische Reiterverein (ORV) Malente-Eutin geladen. Reiter und Zuschauer finden sich am Sonntag, 30. August, um 9.30 Uhr in Rachut (Gemeinde Malente) ein. Abritt ist um 10 Uhr.

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24. August 2009, 10:08 Uhr

Malente-Rachut/ | "Wir haben in diesem Jahr eine fast neue Strecke erstellt", erklärte Karl-Heinz Steffen aus Ra chut. Er organisiert mit seiner Ehefrau Gabriele - sie ist Breitensportbeauftragte im ORV - die Schleppjagd schon seit Jahren. Die 15 bis 20 Kilometer lange Jagd führt von Ra chut aus über den Biesahlweg nach Kreuzfeld, von dort aus über die abgeernteten Felder bis zum Dodauer Wald, dann weiter über die Felder an Eutin vorbei und zurück durch den Dodauer Forst zum Vierth vor den Toren von Bad Malente-Gremsmühlen. Zwischendurch wird für die Pferde und Reiter eine kleine Pause eingelegt.

Gabriele Steffen rechnet damit, dass das Jagdfeld gut zwei Stunden lang unterwegs ist. Angeführt wird die Schleppjagd von der Beagle-Meute Lübeck, die unter der Führung von Joachim Martens steht. Mit dem typischen "Geläut"-Gekläff laufen die Hunde den Reitern vorweg, um den Fuchs zu "fangen".

50 Hunde zählt die älteste Beagle-Meute im Privatbesitz im deutschsprachigen Raum, die Joachim Martens gehört. "Die Hunde gehören bei uns mit zum Leben, sie sind Bestandteile unserer Familie", erklärte er. Gemeinsam mit seinem Sohn Richard wird er das Feld der Beaglehunde anführen. Die Hunde werden dann die gesamte Reiterschar zum Ziel führen.

Joachim Martens freut sich immer wieder auf die Schleppjagd des ORV Malente-Eutin: "Wir haben hier eine ideale Strecke über die abgeernteten Felder der Landwirte aus der Region sowie durch die Wälder des Staatlichen Forstamtes Eutin." Martens ist zwar in Sarkwitz zu Hause, kennt aber die Region um Eutin und Malente genau: Er war Soldat beim Panzeraufklärungsbataillon 6 in Eutin.

Schleppjagden in Deutschland laufen normalerweise unblutig ab. Bei einer Schleppjagd wird nicht auf lebendes Wild gejagt, sondern von Pferden aus eine Hundemeute verfolgt, die auf einer künstlichen Fährte geht. Reitjagden auf lebendes Wild sind seit langem verboten.

Die zuvor festgelegte Jagdstrecke wird simuliert von einem Reiter (der Schleppenleger). Dann folgen die Jagdreiter über die teils mit Hindernissen präparierte Strecke. Der Hundeführer (Master of Hounds) hält mit seinen Helfern, der Equipage, die Hunde bis zur nächsten Schleppe zusammen. Wenn eine Schleppe gelegt ist, gibt er den Hunden das Sig nal loszustürmen und kurz darauf den Reitern das Signal, dass sie folgen können. Auf gar keinen Fall dürfen sie den Hunden zu Nahe kommen und sie gefährden.

Für die Zuschauer der Schleppjagd stehen fünf Traktoren mit Anhängern bereit. Sie werden zu den interessantesten Punkten der Jagd gefahren.

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