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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 20:12 Uhr

Reinhold Timm wird heute 75

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Früherer Präsident des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes hat sein Leben dem Sport in vielen Facetten gewidmet

Der erste Boxkampf endete für den damals 15-Jährigen äußerst schmerzhaft. „In der dritten Runde verspürte ich bei jedem Schlag einen stechenden Schmerz in der rechten Hand“, schreibt Reinhold Timm in seinen Erinnerungen. Aus dem tapferen Jungen, der nach seinem ersten Kampf den Ring trotz der Verletzung als Sieger verließ, wurde ein erfolgreicher Boxer, der später zum Vorsitzenden des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes gewählt wurde. Der Boxsport spielte in seinem Leben eine sehr große Rolle. Wahrscheinlich werden ihm heute auch viele Wegbegleiter im und am Boxring die Hände schütteln – denn Reinhold Timm feiert am heutigen Montag seinen 75. Geburtstag.

Boxfans haben diesen Tag ohnehin in ihrem Kalender rot angestrichen. Am 28. September hatte Max Schmeling Geburtstag, der heute 110 Jahre alt geworden wäre. Die Beiden haben sich vor 55 Jahren kennengelernt. Reinhold Timm war damals als 20-jähriger Oberjäger des Bundesgrenzschutzes (BGS) beim Olympischen Jugendlager in Rom dabei. Er gehörte zum 20-köpfigen Aufbaukommando, das dort Zelte für die jungen Sportler aufbaute. Für die Teilnahme hatte das Innenministerium grünes Licht gegeben, als Belohnung für besondere sportliche Leistungen, denn dem Box-Debüt folgten viele Erfolge. „Das war etwas ganz Besonderes“, erinnert sich Timm. Die jungen Sportler waren vor den eigentlichen Olympiastartern in Rom – und zogen schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Er habe sogar Autogramme geschrieben, verrät Reinhold Timm. Aber er hat auch Unterschriften gesammelt, so von der Weltklassesprinterin Wilma Rudolph aus den USA und dem italienischen Boxstar Nino Bienvenuti..

Boxen lockte in den fünfziger und sechziger Jahren viele Zuschauer an. Und Reinhold Timm war als kleiner, dafür aber sehr flinker, Kämpfer ein Zuschauermagnet. „Timmi, wenn Du boxt, weiß ich immer, die Sache geht jetzt los!“, sagte der damalige Vorsitzende des Kreissportverbandes Ostholstein, Fritz Latendorf. Und tatsächlich erboxte sich der gebürtige Plöner einen guten Namen. Ein Höhepunkt seiner Sportlaufbahn war die Nominierung für die Boxstaffel, die in England bei einem Vergleichskampf die deutschen Farben vertrat.

Seine aktive Laufbahn beendete Reinhold Timm bereits mit 27 Jahren – und startete dann noch einmal richtig durch.

Er wurde ein erfolgreicher Boxfunktionär, trug als Präsident des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes die Verantwortung, als in Kaltenkirchen das Leistungszentrum für die Faustkämpfer entstand. In diese Zeit fällt ein Bürgerempfang beim damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau 2002, an dem er mit einer Plöner Delegation unter der Leitung des Bürgermeisters Ulf Demmin teilnahm. Anlass waren die Verdienste des Boxring TSV Plön um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Neben seinen Leistungen als Boxer war er ein erfolgreicher Fußballtrainer, der beim TSV Heiligenhafen unter anderem Hans-Friedrich „Mecki“ Brunner und den heutigen Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig unter seinen Fittichen hatte. Mit den Heiligenhafenern sorgte Reinhold Timm 1973 bundesweit und auch international für Aufsehen, denn er führte die Mannschaft im Fernsehwettkampf „Spiel ohne Grenzen“ vor einem Millionenpublikum in die internationale Ausscheidung, die aus Heiligenhafen in viele Länder übertragen wurde. Moderatoren des Fernsehwettkampfes waren Camillo Felgen und Eisschnelllauf-Olympiasieger Erhard Keller.

Reinhold Timm hat in seinem Leben zahlreiche Urkunden, Verdienstnadeln und Laudationes entgegengenommen. Am wichtigsten ist ihm aber die Familie, allen voran seine Ehefrau Regina, mit der er seit 53 Jahren verheiratet ist, die vier Kinder und die Enkel. Bei seiner Vergangenheit ist es kein Wunder, dass er heute seinen Enkeln beim Sport zusieht, so ist Reinhold Timm Stammgeist bei den Heimspielen der Fußballer von Eutin 08, die Mecki Brunner trainiert und bei denen sein Enkel Lasse Leinweber zur Stammbesetzung gehört.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 15:46 Uhr

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