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Erweiterung der August-Bier-Klinik : Rehazimmer mit Seeblick

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die August-Bier-Klinik eröffnete gestern ihren Anbau. Die Kosten dafür betrugen rund drei Millionen Euro. Die zahlte die Klinik ohne öffentliche Förderung.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 20:51 Uhr

Malente | Ein wenig hatte man bei der Eröffnung des Anbaus der August-Bier-Klinik den Spruch aus einer bekannten Brillen-Werbung im Kopf: „Und Papi hat keinen Pfennig dazubezahlt.“ Denn die gesamten Kosten von rund drei Millionen Euro hatte die Klinik alleine, ohne öffentliche Fördermittel aufgebracht. Auch ein Grund, weshalb Ostholsteins Landrat Reinhard Sager und Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kerstin Alheit so gerne nach Malente gekommen waren. „Das alle Kosten selbst getragen werden erlebt man ja auch nicht alle Tage“, sagte Sager. Dafür sei er sehr dankbar.

Rund eineinhalb Jahre waren seit dem ersten Spatenstich im April 2012 vergangen. „Schon im Jahr 2008 wollten wir unsere Terrasse bebauen. Nun ist es das gesamte Nachbargrundstück“, erinnerte Chefarzt Dr. Klaus Stecker. Frühestens im Jahr 2014 hätte die Klinik wieder Fördergelder bekommen können, schilderte Sozialministerin Alheit. Und fügte hinzu, dass die August-Bier-Klinik mit ihren Baumaßnahmen nicht so lange habe warten wollen. Trotzdem würde die Klinik sich auch über nachträgliche finanzielle Unterstützung freuen, wie Dr. Stecker betonte: „Wenn noch der ein oder andere Euro über ist, dann nehmen wir den gerne.“

14 neue Doppelzimmer, vier Einzelzimmer sowie zwei zusätzliche Therapieräume sind auf 1160 Quadratmetern Nutzfläche entstanden. 116 500 Tonnen Stahlbeton wurden dafür verbaut, 320 Lampen angebracht, 280 Steckdosen eingebaut, 1000 Meter Wasser-, 500 Meter Abwasser- und 1200 Meter Heizungsleitungen wurden verlegt. Dabei sei der Bau, wie Ministerin Alheit lobend feststellte auf Nachhaltigkeit ausgelegt – obwohl sie dieses Wort eigentlich nicht möge. Aber in diesem Fall stimme es, denn: „Die Statik ist so berechnet, dass noch ein zweites Stockwerk draufgesetzt werden kann.“

Auch wenn der Anbau finanziell im kalkulierten Rahmen blieb, war die Zeit der Bauarbeiten für Mitarbeiter und Bauarbeiter hart, gestand Frauke Armborst, Vorstandsvorsitzende der August-Bier-Klinik. „Ich bedanke mich für die gezeigte, bei einem solchen Bau wohl auch notwendige Leidensfähigkeit aller Beteiligten“, sagte Architekt Armin Reichard. Und Dr. Stecker hatte gar einen Vorschlag zum „Unwort des Jahres“ parat: die „Sowieso-Kosten“. Dieses Wort habe er während der Bauarbeiten neu gelernt. Immer wieder habe er von Kosten gehört, die sowieso auf die Klinik zugekommen wären, erklärte der Chefarzt.

Unisono erklärten die Redner, dass die Klinik mit ihrem Anbau nun noch zukunftsfähiger geworden seien. „Diese Erweiterung stärkt den Gesundheitsstandort Malente“, stellte der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Kienle fest. Die Bettenzahl der Klinik bleibt indes auch nach dem Anbau gleich. Insgesamt hat die Klinik 47-Betten im akut-neurologischen Bereich und 35 für die Neurorehabilitation. Die bisherigen 4-Bett-Zimmer sollen nach und nach in 3-Bett-Zimmer mit Bad umgewandelt werden. Außerdem soll eine moderne neurologische Diagnostikebene eingerichtet werden und auch die Verwaltung soll funktionalere Räume erhalten.

Am meisten beneidet werden von der Vorstandsvorsitzenden Armborst allerdings die Patienten. Jedenfalls die, die eines der acht neuen Zimmer mit Blick auf den Dieksee bekommen. Zimmer mit Seeblick verbinde sie eher mit einem Hotel. „Wenn schon Klinik, dann so“, fand Armborst.

 

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