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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 01:14 Uhr

Region als Krankheits-Spitzenreiter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

DAK stellt Gesundheitsreport 2014 vor: Plön und Ostholstein mit den meisten Kranken im Land / Rückenleiden Hauptursache

Normalerweise ist die Position des Tabellenführers ein erstrebenswertes Ziel, aber diesen Spitzenplatz hätten sich die Kreise Ostholstein und Plön mit Sicherheit gerne erspart. Gestern veröffentlichte die DAK-Gesundheit zusammen mit dem Ärztenetz Eutin-Malente e.V. in ihrem Servicezentrum den Gesundheitsreport 2014. Zum siebten Mal in Folge liegen dafür auch regionale Daten für alle Kreise des Landes vor. Das Ergebnis: Nirgendwo sonst in Schleswig-Holstein gibt es so viele Krankheitsfälle wie in Ostholstein und Plön.

Die im Auftrag der Hamburger Krankenkasse durch das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung ermittelten Daten gelten zwar „nur“ für die knapp 24 000 DAK-Versicherten der Region, doch weiß Nils Junker, Chef der DAK-Gesundheit Eutin: „Unsere Erfahrungen und Zahlen decken oder gleichen sich sogar mit denen anderer Anbieter.“ Es sei also davon auszugehen, dass sich die Krankheitsquote von 4,4 Prozent in etwa auf die etwa 325 000 Einwohner der beiden Kreise übertragen lässt. Damit waren in der Region, die in der Studie geschlossen analysiert wurde, an jedem Tag des Jahres von 1000 versicherten Arbeitnehmern genau 44 krankgeschrieben.

Dass gerade Ostholstein und Plön die zweifelhafte Ehre der Führungsposition in der Krankheitsrangliste zuteil wird, überrascht Nils Junker derweil schon ein bisschen, obwohl die Kreise denselben Rang auch vor zwei Jahren inne hatten. Damals allerdings mit einer niedrigeren Quote. Erklärungsansätze für die Zahlen, die nun also bereits seit Längerem über dem Landesniveau liegen, haben die Experten aber schon: „Wir beobachten natürlich seit einiger Zeit eine generelle Alterung der Gesellschaft, die in Ostholstein und Plön tendenziell schneller voranschreitet“, sagt etwa Heike Steinbach-Thormählen, Geschäftsführerin des Ärztenetzes Eutin-Malente. Diese Entwicklungen schlügen sich folglich dann auch in der Statistik nieder. Hinzu käme die Lage der Region. „Viele Ostholsteiner etwa arbeiten in Kiel oder Hamburg, mit einem entsprechend langen Anfahrtsweg“, erklärt Nils Junker. So würde die Hemmschwelle, sich bei einem morgendlichen Unwohlsein krank zu melden, im Vergleich zu Arbeitnehmern mit kürzeren Anfahrtswegen entsprechend sinken.

Die Hauptursache für Arbeitsausfälle in den Kreisen bleiben vor allem die Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Dahinter folgen jedoch schon die psychischen Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen. In diesem Bereich sind die Zahlen seit dem Jahr 2000 um sage und schreibe 89 Prozent gestiegen.

Einen weiteren Schwerpunkt in ihrer Untersuchung legten DAK und Ärztenetz darüber hinaus auf die Situation der sogenannten Rushhour-Generation. Damit seien im Speziellen die 25- bis 39-Jährigen gemeint. „Wir stellen immer wieder fest, dass bei Vielen in dieser Lebensphase beinahe alles passieren muss. Heiraten, Kinder kriegen, sich im Job etablieren“, erläutert Nils Junker. Zwar habe die Analyse nicht ergeben, dass Menschen in solch einer Drucksituation häufiger krank seien, als Jüngere oder Ältere. Dennoch mahnt Heike Steinbach-Thormählen zur Vorsicht: „Oftmals zeigen sich in diesem Alter bereits erste Ansätze chronischer Krankheiten, die sich im Laufe der Zeit dann verschlimmern.“ Daher rät sie, schon frühzeitig selbst etwas zu tun. „Der Bericht soll aufmerksam machen. Sport treiben, sich Zeit für sich selbst nehmen. Wir müssen heute immer länger arbeiten, dass ist ansonsten auf Dauer nicht durchzuhalten!“

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erstellt am 03.Sep.2014 | 12:09 Uhr

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