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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 14:08 Uhr

Reges Interesse an „Mut zur Kunst“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Brücke Ostholstein stellt Kunstwerke aus ihrem Psychosozialen Beratungswegweiser aus / Neun Betreute zeigen 21 ihrer Bilder

Sie zieren nicht nur den neuen Psycholozialen Beratungswegweiser, sondern sind jetzt auch Teil einer Ausstellung in der Kreisbibliothek: über 20 Arbeiten von Betreuten zeigt die Brücke Ostholstein jetzt erstmals der Öffentlichkeit. „Mut zur Kunst“ ist der Titel der Bilderausstellung, die bis Ende September gezeigt wird und die bei der Eröffnung im oberen Ausstellungsraum der Kreisbibliothek auf reges Interesse stieß.

Dagmar Gertulla, Regionalleiterin der Brücke, zeigte sich außerordentlich beeindruckt von den künstlerischen Werken. „Die wundervollen Kunstwerke machen aus dem Beratungswegweiser viel mehr als nur ein Nachschlagewerk; er ist selbst ein Kunstwerk“, sagte sie. „Von den 70 Arbeiten der 20 Kreativen im Beratungswegweiser sind hier 21 Bilder von neun Künstlern ausgestellt“, ergänzte Norbert Wilm von der ambulanten Betreuung. Neben Öl- und Acrylbildern sind auch Fotos zu sehen.

Für sie sei Kunst an sich ein Medium, um Gedanken zu verdeutlichen und auch, um auf etwas anderes zu kommen, erklärte Christiane Lutz, eine der Künstlerinnen. „Ich möchte einen anderen Sichtblick erfahren und mich in etwas vertiefen“, sagte sie. Zu malen sei ein Schöpfungsprozess, der Stille mit sich bringe. An den Bildern könne man sich dann erfreuen oder sie einfach nur betrachten.

„Man kann es nicht lassen“, sagte Jürgen Bytomski, der Grafik-Design studiert hat. „Ich male überwiegend abstrakt und mache mir viele Gedanken, was passen würde“, erklärte er. Ein Bild in Acryl zeigt Schlangenlinien in Ocker- und Orangetönen auf hellerem Hintergrund, die dynamisch wirken.

Christiane Lutz liebt geometrische Formen und kam durch eine Erkrankung zum Malen. Früher habe sie eine Praxis als Heilpraktikern gehabt, die sie aber habe aufgeben müssen. In der Klinik wurden Kurse angeboten. Zunächst habe sie gedacht: „Das kann ich gar nicht.“ Sie habe dann einfach angefangen und gemerkt, dass ihr die kreative Arbeit unglaublich viel Spaß mache. Inzwischen hat sie ein eigenes Atelier und malt täglich mehrere Stunden an ihren Bildern. „Ich plane Bilder nicht, die Bilder werden“, sagt sie und lacht. Farbenfroh seien ihre Werke immer noch. Für eine Bild brauche sie mehrere Monate. Aber da sie gleichzeitig an mehreren arbeite, habe sie schon über 100 geschaffen. „Es macht total viel Spaß und jeder Mensch sollte etwas haben, woran er Freude hat“, sagt sie.

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erstellt am 05.Sep.2015 | 16:49 Uhr

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