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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 05:05 Uhr

Rechtsstreit geht in nächste Runde

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Verein Schießsportzentrum Kasseedorf will das Recht auf Verlängerung einer Schießbahn und den Bau einer Halle einklagen

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Kommt sie oder kommt sie nicht – die Verlängerung der Schießbahn im Schießsportzentrum Kasseedorf? Direkt vor Ort beschäftigte sich das Verwaltungsgericht Schleswig gestern in einer Verhandlung mit dieser Frage. Der Verein Schießsportzentrum (SSZ) Kasseedorf, dem neben einigen Sportschützen die Kreisjägerschaften Eutin, Oldenburg, Plön und Lübeck sowie der Landesjagdverband angehören, will eine 270 Meter lange Schießbahn um 30 Meter verlängern und eine Lagerhalle bauen.

Der Haken: Sowohl die Verlängerung als auch die Fläche für die geplante Halle liegen auf einem Teilstück des Schießsportzentrums, über das nicht die Gemeinde Kasseedorf, sondern die Stadt Eutin die Planungshoheit hat. Die hat die Fläche als Ausgleichsfläche für Eingriffe in die Natur ausgewiesen und bleibt bei ihrer Position – sehr zum Missfallen des SSZ Kasseedorf.

Dessen Mitglieder wollen eine 300-Meter-Wettkampfbahn, gleichzeitig eine olympische Distanz. „Die Bahn ist wichtig für Jagd-Übungen und die Ausbildung von Jägern, zudem ist eine Wettkampfsituation etwas Besonderes, in der bessere Leistungen erbracht werden“, erläuterte der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Ulf Hellmann-Sieg, der das SSZ Kasseedorf vertrat. Auf den Einwand von einem der elf Zuschauer, Wettkampfatmosphäre könne man auch im Schützenverein haben, entgegnete Hellmann-Sieg: „Aber Schützen dürfen nicht zwangsläufig jagen.“

Auch alle Beteuerungen seitens des Anwalts, dass die gewünschten Maßnahmen keine negativen Auswirkungen auf die Lärmbelästigung für die Anwohner und keine Bodenversiegelungen mit sich brächten, änderten an der Haltung der Stadt Eutin nichts.

Diese hatte bereits vor fünf Jahren einen Sieg in zweiter und dritter Instanz vor dem Verwaltungsgericht gegen den Verein errungen. Doch mit dem Ergebnis gibt sich das SSZ Kasseedorf nicht zufrieden. „Das Oberverwaltungsgericht Schleswig ist uns nicht wohlgesonnen in dieser Angelegenheit“, urteilte Hellmann-Sieg. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das Gericht irrt.“ Daher klage der Verein erneut.

Die Erfolgsaussichten für einen Sieg des SSZ Kasseedorf schätzt Nils Hollerbach, Fachdienstleiter Bauordnung beim angeklagten Kreis Ostholstein, als gering ein. „Inhaltlich hat sich seit dem vergangenen Urteil nichts geändert.“ Richterin Birgitta Hilgendorf-Petersen kündigte an, das Urteil morgen Nachmittag in Schleswig bekannt zu geben.

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