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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 16:16 Uhr

Raumbedarf geklärt – Standortfrage offen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein Plus an Schülern, ein Plus an DaZ-Klassen: Eutins Grundschule und die Gemeinschaftsschule brauchen mehr Platz / SPD wünscht sich Mut „wie in Malente“

Es mutete fast unwirklich an, wie großzügig der Schulausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend bei den Raumbedarfsplänen der Eutiner Grund- und der Gemeinschaftsschule den Wünschen der jeweiligen Schulleitungen entgegenkam – und eher noch ein paar Räume und Quadratmeter draufschlug, als kürzte. Aber die Frage nach dem Standort, an dem all das verwirklicht werden soll, blieb auch nach der dreistündigen Sitzung offen.

Denkmodelle gibt es viele, Anträge, um darüber zu entscheiden, gab es keine. Die bisherige Beschlusslage ist langwierig: Wenn die Sporthalle am Alten Güterbahnhof gebaut wird, ist am Berg Platz für einen Erweiterungsbau, damit die Klassen der Wisser-Schule am See mit zur Elisabethstraße ziehen können. Die Gus-tav-Peters-Grundschule kann dann in das Gebäude der Wisser-Schule am See, da die derzeit von der Grundschule bewohnten Pavillons abgänging sind. Die zeitliche Umsetzung steht und fällt aber mit dem Bau der Turnhalle.

Die SPD nannte am Dienstagabend „das Grundstück an der Oldenburger Landstraße“ als Beispiel, für einen gemeinsamen Ort eines möglichen Schulzentrum von Grund- und Gemeinschaftsschule. Der Ausschussvorsitzende Hanjo Iwanowitsch (SPD) erklärte auf Nachfrage: „Wir denken an das Gebiet der einstigen Kulturgärten unweit der Opernscheune.“ Bisher ist dort allerdings Wohnbebauung geplant. „Ob es dahin passt, weiß ich nicht. Eine andere Möglichkeit wäre an der Gustav-Peters-Grundschule in Richtung Kerntangente, da ist genug Platz“, sagt Iwanowitsch.

Die Gustav-Peters-Grundschule, die bisher in Eutin drei Standorte hat (Kleiner See, Blaue Lehmkuhle und Fissau), auf zwei Standorte zu reduzieren, habe Vor- und Nachteile: Christine Ludwig, die noch bis Anfang 2018 die GPS leitet, nannte in vorangegangenen Sitzungen mögliche Erleichterungen für das Kollegium auch in Vertretungsfällen, die bessere Betreuung beispielsweise der DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) und leichter zu organisierende Gruppenarbeit durchaus als Vorteil, der aus ihrer Sicht für eine Zusammenlegung der Außenstelle Kleiner See am Standort Blaue Lehmkuhle spreche. Gleichwohl merkte sie an, dass der Weg dahin aus allen Teilen der Stadt für viele Grundschüler dann ein langer wäre. Auch Christiane Balzer (Grüne), betonte den pädagogischen Aspekt: „Es geht auch um Freundschaften, die entstehen zwischen den Kindern. Da ist es für viele ein Unterschied, ob die Freunde um die Ecke wohnen oder man durch ganz Eutin fahren muss.“

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass die Grundschule anstelle der von der Verwaltung vorgeschlagenen Zweieinhalb-Zügigkeit von einer Dreizügigkeit auszugehen. Auf Wunsch der CDU wurde das Raumprogramm standortunabhängig beschlossen. Das war neu, denn in diesem Jahr wurde erst der Beschluss für drei Grundschulstandorte in Eutin gefasst. Ludwig berichtete außerdem von steigenden Zahlen der Erstklässler: „Im vergangenen Jahr hatten wir 330, im neuen haben wir 360 Schüler. Das ist eine Herausforderung.“

Auch Stefan Ulmer, Leiter der Wilhelm-Wisser-Schule, berichtete vom Zuwachs: „Wir müssen aus vier achten Klassen nun fünf neunte Klassen machen. 20 Schüler kommen allein vom Gymnasium zu uns und es sieht nicht aus als würden wir künftig schrumpfen.“ Eine große Herausforderung für beide Schulen sei die Beschulung der DaZ-Klassen – es gebe viele Kinder und wenig Platz, um getrennten Unterricht zu machen, der den verschiedenen Bedürfnissen angepasst wäre. Auch für die Wisser-Schule beschloss der Ausschuss einstimmig, von einer künftigen Vierzügigkeit auszugehen.

Die Raumprogramme wurden mehrheitlich beschlossen. Einzig die Freien Wähler enthielten sich: „Es gibt ein Schulbaumodernisierungsprogramm des Landes mit rund 50 Millionen Euro, von dem wir Gebrauch machen sollten. Die Bedingungen, die wir hier abstimmen, sind nicht optimal und gerade für die Bildung sollten wir optimale Bedingungen schaffen“, sagte Ingrid Tech (FWE).

Iwanowitsch hatte nach der „konstruktiven Diskussion“ das Gefühl, dass sich etwas bewege, „andere Fraktionen auch flexibler werden“. Iwanowitsch: „Wir kommen nicht weiter, wenn wir immer nur in den maroden Gebäuden planen. Ich würde mir wünschen, dass wir irgendwann so mutig sind wie Malente und einfach neu bauen.“ Er hoffe, dass andere Fraktionen nach den Ferien offen für Gespräche sind.

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erstellt am 20.Jul.2017 | 00:57 Uhr

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