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Landesgartenschau Eutin : Raum für Kultur-Erlebnisse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Studenten zeigen mit ihren Entwürfen unterschiedlichste Interpretationen von Eutin und Kultur. Die Umsetzung soll bis zur Landesgartesnchau 2016 erfolgen.

Durch Birkenwäldchen streifen, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, Kultureinrichtungen Eutins im Schatten einer Felsenbirne erfahren oder die Oper der Stadt – „Der Freischütz“ – floral interpretiert erleben. All das sollen die Besucher der Landesgartenschau 2016 in den fünf Kulturgärten, entworfen von Studenten aus Osnabrück, Hannover und Berlin, östlich der Straße Am Schloßgarten bestaunen können.

Die Landesgartenschau GmbH lobte dafür an verschiedensten Hochschulen einen Wettbewerb aus. Die Bedingungen: Die Entwürfe sollten in Zusammenhang mit kulturellen Ort Eutin – egal ob Vergangenheit oder Gegenwart – stehen, eine Bühne für Kleinkunst auf der insgesamt rund 250 Quadratmeter großen Gestaltungsfläche integrieren und die Leitidee „Eins werden mit der Natur“ im Fokus haben. Die Arbeiten, so lobten LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt und Wolfram Munder, zweiter Vorsitzender des Bundes der Landschaftsarchitekten (beide Jurymitglieder), seien von hochwertiger Qualität. Rubelt: „Wir haben deutlich gemerkt, dass die Studenten voller Kreativität sind und sich auf vielfältigste Weise mit dem Thema auseinandergesetzt haben.“ Das Besondere, so Munder: „Viele Studenten bringen während des Studiums tolle Ideen zu Papier, haben aber fast nie die Möglichkeit, ihre Entwürfe bis zur Umsetzung zu begleiten.“ Das soll bei der LGS anders laufen.

14 Einsendungen von Master- und Bachelorstudenten der Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur gab es, drei erste Plätze und zwei zweite Plätze werden schließlich realisiert. Was erwartet die Besucher?

➊ Unter dem Thema „Sommergäste“ nach dem Stück von Maxim Gorki haben sich Rienna Sina Kroos und Laura Rülk eine Art Birkengarten ausgedacht, in dem Menschen auf der Suche nach einem Ausweg der Geschichte, auf der Suche nach dem eigenen Sinn wandeln können. Inmitten der Birken wartet eine Bühne darauf, bespielt zu werden. „Wie im Theaterstück hat sie filigrane Birken als Hintergrund“, sagt Kroos. Über eine Infotafel mit QR-Code wollen sie am Eingang des Gartens zusätzliche Informationen zum Stück und Autoren geben.

➋ Andreas Müller und Gregor Schütze aus Hannover wollten sich frei machen von historischen Persönlichkeiten. Müller: „Wir haben uns an der Kultur der Gegenwart orientiert und haben 36 Eutiner Kulturinstitutionen und Kulturschaffende gefunden, denen wir eine Plattform bieten wollen.“ Symbolisch bekommt jede Einrichtung einen Stuhl und einen Holzkasten mit Felsenbirne, in dessen Regal Platz für zusätzliche Infos zur eigenen Darstellung ist – alle in unterschiedlichen Farben. Schütze: „Nach der LGS sollen die Pflanzen für den Wiedererkennungswert vor die jeweilige Einrichtung gepflanzt werden.“ Die Besucher können während Kleinkunstaufführungen die Stühle freibeweglich innerhalb der Fläche verstellen – je nach Bedarf, sagen die Studenten.

➌ Der Gartenentwurf von Tobias Glahn und Arthur Sawatzky greift die regionale, kulturelle Identität Schleswig-Holsteins auf. Glahn: „Die Künstler werden immer auch von der Natur, die sie umgibt, beeinflusst. deshalb zeigen wir im Miniformat verschiedene Landwirtschaftliche Felder und stellen als Kritikpunkt eine Eiche als Solitär hinein, den Schleswig-Holstein ist eines der waldärmsten Bundesländer.“ Nach einem Knick folgt eine große Tafel – die Eutiner Kultur Tafel, wie sie die Studenten nannten, an denen eingraviert Künstler der Vergangenheit und Gegenwart Platz nehmen.

Zwei Kulturgärten haben den „Freischütz“ im Fokus. ➍ Claudia Hilmer und Stefanie Essen lassen die Besucher durch die fünf verschiedene „Bereiche“ der Romantikoper wandeln – darunter auch die düstere Wolfsschlucht. Die Hauptrollen „Agathe“ und „Max“ stehen als Statuen getrennt von einander – „als Sinnbild für die vielen Schwierigkeiten, die die beiden Liebenden haben“, wie Stefanie Essen sagt. Thomas Reimann und Stephan Rost greifen die Ouvertüre der Oper auf und wollen sie in „ihrem“ visuell und auditiv erlebbar machen. So orientieren sie die Höhen der Pflanzen und die Form des Holzstegs durch den Garten an der Amplitude, durch die Sichtbarmachung der Ausschläge beim Abspielen der achtminütigen Ouvertüre. Zusätzlich soll die Musik zu hören sein.

➎ Einen Sonderpreis erhielt der Entwurf „Tatort Eutin“, der in amüsanter Weise auf ein Naturverbrechen anspielt und den Besucher wie den Tatortzuschauer auch – ratlos zurück lässt mit der Frage: „Warum musste der Baum sterben? Auch er soll realisiert werden, allerdings ist derzeit unklar wo. Wie wäre es mit dem Seepark?

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erstellt am 13.Mär.2015 | 12:12 Uhr

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