Kommentar : Ratlos im Rathaus

Redakteur Hartmut Buhmann über den neuesten Schilderstreich in Eutin.

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13. Juni 2012, 12:29 Uhr

Mehr Amtsschimmel geht nicht. Das sagte man in Eutin schon manches Mal, wenn im Rathaus für ein paar Radiergummis anstandslos 30.000 Euro überwiesen wurden. Oder eine Panne in der Datenübermittlung dazu führte, dass 2300 Kinder Werbebriefe für den Waffendienst erhielten.

Zu erklären, warum etwas fürchterlich schief gelaufen ist, obwohl doch alle stets guten Willens sind, ist hinterher Vieles. Doch im neuesten Eutiner Schilderstreich (oder sollen wir schon von Schilda-Streich reden?) ist erst einmal fassungsloses Staunen angesagt: Was geht da vor zwischen Rathaus und Opernscheune, so nah und doch einander so fern?

Konkret: Wie ist es möglich, dass die Stadtverwaltung nichts gewusst haben will von einem Antrag der Festspiele für ein Schild an der Autobahn - und wie kann es angehen, dass ein öffentlich gefeiertes Kompromissangebot des Verkehrsministers im Rathaus offenkundig völlig ignoriert wurde? Das muss nicht nur die Verwaltung erklären, auch die Stadtvertreter wussten doch, dass der Vorschlag auf dem Tisch liegt. Oder waren alle einfach zu feige, politisch zu entscheiden, ob die Oper oder das Schloss mehr Werbewert für Eutin hat? Darüber wäre trefflich zu streiten, aber es müsste jemanden geben, der dabei Regie im Rathaus führt - mit Übersicht.

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