Rathaus bettelt: Blues soll bleiben

Bürgermeister: Eine Fortführung des Blues-Festes „wünschen wir uns sehr“

shz.de von
13. August 2018, 11:27 Uhr

Bleibt das Blues-Fest in Eutin? Die Drohung des Vereins Blues Baltica als Veranstalter, an einen anderen Ort zu ziehen, schwebt weiter wie ein Damoklesschwert über der Stadt. Daran kann auch ein Schreiben aus dem Rathaus nichts ändern, in dem Bürgermeister Carsten Behnk dem Verein den Markt für die 30. Auflage des Blues-Festes verspricht.

„Wir möchten dem Verein Blues Baltica und dem Förderverein frühzeitig signalisieren, dass der Marktplatz frei ist und dass wir uns eine Fortführung des Blues-Festes an dieser Stelle im Jubiläumsjahr 2019 und den Folgejahren sehr wünschen“, erklärte Behnk gestern per Pressemitteilung. Die Planungen für die Stadtsanierung stünden dem nicht entgegen.

Die laufende Innenstadtsanierung werde zunächst in der Straße „Am Rosengarten“ fortgesetzt. Baubeginn werde im Herbst sein, die Sanierung und Neugestaltung der Straße werde voraussichtlich anderthalb Jahre in Anspruch nehmen. Als weiteres Großprojekt stehe im Kanon der Stadtsanierung der Umbau der Historischen Reithalle bevor. Den traditionellen Großveranstaltungen auf dem Markt stehe 2019 also nichts im Wege.

Helge Nickel zeigte sich dennoch unzufrieden. „Mit einem Jahr ist nichts gewonnen“, erklärte der Organisator des Blues-Festes vorbehaltlich eines Vorstandsgespräches von Blues Baltica. „Warum sollen wir hier mit viel Mühe ein 30. Jubiläum machen und ein Jahr später ist der Marktplatz blockiert?“, fragte Nickel. Das Problem sei nur verschoben, nicht gelöst.

Die entscheidende Frage sei, ob eine Lösung gefunden werden könne, wie Blues-Fest und Umgestaltung des Marktes gleichzeitig stattfinden könnten. Diese Frage habe der Verein Bürgermeister Carsten Behnk vor mehr als einem Jahr gestellt und ein Gespräch dazu angefragt. „Das Schreiben ist bis heute unbeantwortet“, kritisiert Nickel. Aus seiner Sicht wäre dies durch eine geschickte Planung einzelner Bauabschnitte durchaus möglich, zumal kaum Tiefbauarbeiten geplant seien. Ein Umzug auf den Berliner Platz oder den Schlossparkplatz ist für Nickel keine Alternative. Am Berliner Platz bürgen die Wohnbebauung und das Hotel Konfliktpotenzial, der Schlossparkplatz werde bei Regen zu einer Schlammwüste und biete auch keine geeignete Infrastruktur.

Behnk signalisierte unterdessen zugleich Kooperationsbereitschaft mit dem Verein als auch Wertschätzung für dessen Veranstaltungen. „Die Verwaltung wird die Veranstaltung selbstverständlich, wie in den Vorjahren, organisatorisch unterstützen“, sagte Behnk. Dazu rege das Rathaus auch eine Nachbesprechung zu den Veranstaltungen dieses Jahres mit der Verwaltung und dem Blues Baltica an.

Das Blues-Fest in Eutin und die Blues Challenge seien eine Erfolgsgeschichte. „Das Open-Air-Festival mitten auf dem historischen Eutiner Marktplatz hat sich vom Geheimtipp innerhalb der letzten 30 Jahre zum größten und bedeutendsten Festival der europäischen Bluesszene entwickelt“, lobte Behnk. Viele Eutinerinnen und Eutiner stünden zu dem Fest und wünschten sich eine Fortsetzung. Die Stadt hoffe, dass sich Blues Baltica für eine Fortsetzung in Eutin entscheide.

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