Hinterlandanbindung : Ramsauers Paukenschlag

Rätselraten über die "Wutrede" des Verkehrsministers.

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01. November 2012, 11:16 Uhr

Berlin/Eutin | Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat in Berlin seinem Ärger über Diskussionen in Ostholstein um die feste Fehmarnbelt-Querung Luft gemacht. Er warf den Bürgermeistern der Ostseebäder vor, eine "Jahrhundertchance" zur Verlegung des Bahnverkehrs aus den Ferienorten nicht nutzen zu wollen.

"Das verstehe ich nicht. Ich kann mich aus zwei Treffen mit dem Minister nur ans Gegenteil erinnern: Gerade die Bürgermeister setzten sich dabei für eine ortsferne Trasse ein", reagierte Landrat Reinhard Sager (CDU) "irritiert" auf die Schelte des Ministers.
Keine Veränderung der Fehmarnsundbrücke ist "Affenquatsch"

Ramsauer hatte am Dienstag in einer CDU-Veranstaltung in Berlin geklagt, welche Mühsal er mit dem Ausbau der Hinterlandanbindung für die feste Fehmarnbelt-Querung habe. Neben den halsstarrigen Bürgermeistern, die eine von ihm angebotene Verlegung der Bahntrasse an die Autobahn A 1 abgelehnt hätten, nahm er auch den Denkmalschutz aufs Korn: Der verbiete, obwohl dort ein Engpass drohe, jede Veränderung an der Fehmarnsundbrücke - "auch so ein Affenquatsch".

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens deutete die "Wutrede" des Ministers so: Ramsauer rege sich über Forderungen auf, die Bestandstrasse für den Nahverkehr zu erhalten und zugleich eine neue Trasse für den Güter- und Fernverkehr zu bauen. "So schön es wäre, wer soll alles bezahlen?"

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