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Malente : „Räuberbande“ steht weiter im Regen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Suche der Gemeinde nach einer Notunterkunft für die Wald-Kita gestaltet sich schwierig. Nun sollen die Sportverbände gefragt werden.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 11:00 Uhr

Hört sich einfach an, ist es aber nicht: Die Bemühungen der Gemeinde Malente, einen beheizbaren Container als Notunterkunft für den Waldkindergarten „Kleine Räuberbande“ im Bergengehölz aufzustellen, sind aufgrund rechtlicher Vorgaben in eine Sackgasse geraten. Nun soll Bürgermeisterin Tanja Rönck Kontakt zum jeweils benachbarten Landessportverband (LSV) und Uwe-Seeler-Fußballpark des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV) aufnehmen, um zu klären, ob es dort möglicherweise einen Unterschlupf für die Waldkinder geben könnte.

Der einstimmige Beschluss des Sozialausschusses fiel nach ausführlicher Diskussion zwischen Vertretern der Fraktionen, Bürgermeisterin Tanja Rönck und anwesenden Eltern, deren Kinder die Wald-Kita besuchen. Außerdem soll die Verwaltung gegebenenfalls nochmals mit dem Kreis Ostholstein abklären, ob es nicht doch einen Weg zu einer kostengünstigen Containerlösung für eine Übergangszeit gibt, falls sich kein anderer Weg abzeichnet.

Der Vereinsvorstand der Wald-Kita hatte sich aufgrund ferienbedingter Ortsabwesenheit mit einem Schreiben an die Gemeinde entschuldigt, in dem er seine Bedenken gegen die von der Verwaltung erarbeitete, mindestens 52 000 Euro teure Lösung geltend machte. Diese Einwände erläuterte Elternvertreter Jan Steen. „Unser Vorstand hat das als zu groß empfunden“, berichtete er. Es gehe lediglich um einen kurzfristigen Unterschlupf bei überraschend aufkommendem Sturm oder Gewitter. Nach dem Eindruck der Eltern sei die Lösung der Verwaltung überdimensioniert. „Das ist ja fast ein kompletter Kindergarten“, erklärte Steen zu den vier bis fünf Containern, die laut Verwaltungsvorlage auf einem Grundstück des Tierschutzvereins Eutin am Waldrand aufgestellt werden sollten.

Zur Erinnerung: Derzeit steht der Wald-Kita zwar direkt im Wald ein Bauwagen als Notunterkunft zur Verfügung. Doch dieser darf ausschließlich bei Notlagen betreten und nicht beheizt werden. Um über den Winter zu kommen, benötigt die Wald-Kita aber so schnell wie möglich einen Unterschlupf, in dem auch Krippenkinder gewickelt oder Handschuhe getrocknet werden könnten. Zwar steht im Awo-Kinderhaus an der Kellerseestraße ein Schlechtwetter-Raum zur Verfügung. Doch dieser sei bei kurzfristigen, nicht immer vorhersehbaren Wetterumschwüngen zu weit entfernt, betonte Jasmin Wollborn als betroffene Mutter.

Tanja Rönck begründete die erarbeitete große Lösung mit Vorgaben des Kreises Ostholstein, der sowohl baurechtlich als auch für die Kita-Konzeption als Genehmigungsbehörde zuständig sei. „Ein Container reicht auf keinen Fall. Der Kreis hat ganz klar verdeutlicht, dass er das nicht mittragen würde“, erklärte die Verwaltungschefin. Sie signalisierte ihre Bereitschaft, gemeinsam mit Vertretern des Trägervereins erneut das Gespräch mit dem Kreis zu suchen. „Wir können gerne noch einmal gemeinsam zum Kreis fahren.“ Damit reagierte sie auf das Schreiben des Vereinsvorstands. Dieser hatte nicht nur darauf hingewiesen, dass er ein solches Treffen bereits vorgeschlagen habe. Außerdem bedauerte er, bislang „trotz zahlreicher Nachfragen“ nicht an der Erarbeitung eines Lösungsvorschlags beteiligt worden zu sein.

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