Kasseedorf : Rätselhafte Todesfälle im Kaninchenstall

Andrea Philipp istsicher, dass die blauen Spuren auf der Palette vor ihr Rattengift sind.
Andrea Philipp ist sicher, dass ihre Kaninchen vergiftet wurden.

Was geht da am Kasseedorfer Schulwiesenteich vor? Erst verschwanden zwei Tiere und es lag ein fremdes totes Kaninchen im Stall, dann starben nacheinander zwei weitere Langohren.

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30. Mai 2015, 04:00 Uhr

Vor einem halben Jahr lebten im Garten von Andrea Philipp noch sechs Kaninchen. Die letzten zwei hat die Kasseedorferin nun bei einer Bekannten in Riepsdorf in Sicherheit gebracht, nachdem innerhalb einer Woche zwei der kleinen Nager unvermittelt tot im Stall lagen. Andrea Philipp geht von einer Vergiftung durch Rattengift aus und warnt nun über Facebook andere Tierhalter in der Umgebung.

Das Gehege hat sie bereits abgebaut. Sie will erst wieder Tiere halten, wenn sie deren Sicherheit garantieren kann. Also erst, wenn klar ist, was zum Verenden der Kaninchen geführt hat.

Mysteriöses geschah in dem Stall, der neben dem roten Holzhaus unmittelbar am öffentlichen Weg rund um den Schulwiesenteich im Dorfkern steht, erstmals im Dezember. Damals versorgte ein Bekannter die sechs Kaninchen während einer Abwesenheit von Andrea Philipp. Er schilderte ihr telefonisch, dass zwei Tiere verschwunden seien, dafür ein fremdes totes Kaninchen im Stall liege.

Vor sechs Monaten noch für einen perfiden Scherz gehalten, rückt das Vorkommnis bei der jungen Frau nun in ein anderes Licht. Ihrem fünf Jahre alten Sohn Louis musste sie nun erneut den Tod von zwei seiner vierbeinigen Lieblinge erklären, obwohl sie es sich selbst kaum erklären kann.

Etwa eine Woche vor Pfingsten lag das erste Kaninchen tot im Stall und neben der Tür ein toter Singvogel. Auf einer Platte, die im überdachten und vollständig mit Draht umgebenen Freigehege lag, gab es Spuren einer gallertartigen blauen Substanz.

Dabei könnte es sich um Rattengift handeln, das in Portionen zu 15 Gramm als Köder in kleine Plastikbeutel abgefüllt und ausgelegt wird. In dem Produkt, das durch das blaue Gel entfernt an Kühlpacks erinnert, steckt der Wirkstoff Brodifacoum. Der Hersteller bezeichnet es als besonders geeignet für feuchte Bereiche, rät aber aufgrund der hohen Toxizität zur Anwendung nur in geschlossenen Räumen. Offiziell ist die Abgabe und der Einsatz nur durch Fachpersonal zulässig.

Im Kaninchenstall fand sich jedoch kein Beutel. Vielmehr macht es den Eindruck, als ob jemand den Inhalt aus dem Beutel ins Gehege gespritzt hätte.

Als am Tag nach Pfingsten der nächste Nager verendet im Stall lag, brachte Philipp das Tier zu Dr. Brigitte Steffens. Die Tierärztin aus Kasseedorf konnte keine äußerlichen Verletzungen, die auf Bisse oder einen Kampf hindeuten, feststellen. Es fehlten aber auch die für Rattengift charakteristischen Ausblutungen.

Dr. Steffens wusste jedoch vom Tod einer Katze im angrenzenden Wohngebiet „Op’n Kamp“, den ein Eutiner Kollege auf Rattengift zurückführt. Zeitlich fällt diese geschichte mit dem Fund des ersten toten Kaninchens zusammen.

Das veranlasste Andrea Philipp, eine Warnung vor Rattengift bei Facebook zu veröffentlichen und Anzeige zu erstatten. Wer zwischen Himmelfahrt und Pfingsten etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei Schönwalde zu melden (Telefon 04528/510).

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