zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

27. Juli 2017 | 08:48 Uhr

Radtour im Land des Lächelns

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Janina Wenzel und Manuel Bergunde brechen morgen zu einer ungewöhnlichen Radtour auf – sie wollen den Südwesten Japans erkunden

Wenn Manuel Bergunde auf Reisen geht, ist eines ziemlich sicher: Es handelt sich nicht um eine gewöhnliche Pauschalreise. Seine oft monatelangen Touren führten ihn bereits mit dem Fahrrad nach Russland, über die „Route 66“ quer durch die USA oder von Eutin nach Istanbul – dorthin allerdings zu Fuß. Morgen, 1. Juli, startet der 42-Jährige zu einer Radtour in Japan – gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Janina Wenzel (41) will er dort innerhalb von zwei Monaten rund 3500 Kilometer unter die Räder nehmen.

Um 8 Uhr Ortszeit werden die beiden ehemaligen Eutiner, die jetzt in Sereetz leben, voraussichtlich in Osaka landen. Dort erwartet die beiden Fahrradtouristen möglicherweise gleich die erste Herausforderung. Denn der Flughafen befindet sich auf einer Halbinsel in der Osaka-Bucht, die über einen rund vier Kilometer langen Damm mit dem Festland verbunden ist. „Wir sind wirklich gespannt, wie wir mit den Fahrrädern vom Flughafen runter kommen – ob wir fahren dürfen oder ob wir die Räder noch im Karton lassen müssen“, sagt Bergunde.

Davon abgesehen haben die beiden wenig Bedenken, was die Wahl ihres Fortbewegungsmittels im Land des Lächelns angeht. „Japan ist viel mit dem Rad unterwegs“, weiß Janina Wenzel. Anders als in Deutschland sollen Autofahrer gegenüber Radfahrern sehr entspannt sein, haben die beiden recherchiert. Es gebe auch einen Radfernwanderweg, der das Land von Norden nach Süden durchziehe und den sie für ein Teilstück nutzen wollten.

Japanisch können die beiden Radler nicht, sie hoffen trotzdem sich orientieren zu können. „In den großen Städten ist alles zweisprachig, bei größeren Straßen kann man sich an den Nummern orientieren – so wie bei uns etwa an der B  76“, erklärt Bergunde.

Übernachten wollen die Ostholsteiner vor allem im Zelt. Die Japaner seien selbst begeisterte Camper und hätten viele Campingplätze. Es sei aber auch problemlos möglich, sein Zelt in der Natur aufzuschlagen oder gar für eine Nacht im Stadtpark von Tokio. Jedenfalls gehe das aus Reiseberichten hervor. Trotzdem will das Paar in den größeren Städten auch mal ins Hotel gehen.

Die Reise führt durch den Südwesten des viertgrößten Inselstaats der Welt. Auf der Route liegen Großstädte wie Tokio, Hiroshima und Kyoto, das für seine Geisha-Kultur bekannt sei, mittlerweile aber auch als die Fahrradstadt gelte. Auf dem Plan stehen auch Sehenswürdigkeiten wie der zum Weltkulturerbe zählende Itsukushima-Schrein („Rotes Tor“) in der Präfektur Hiroshima oder die mit über 16 Meter Höhe größten Buddha-Statue des Landes in Nara. Aber auch die Umgebung des Fujis, mit 3776 Metern höchster Berg Japans, und vergleichsweise dünn besiedelte Küstenregion- und Urlaubsregionen wollen die Fernradler erkunden. „Wir hoffen, dass wir auch das ruhige und stille Japan finden“, sagt Janina Wenzel.

Das komplette Gegenteil von Ruhe und Stille verspricht mit der Megastadt Tokio die Endstation der Reise. Von dort geht es wieder zurück nach Deutschland – hoffentlich mit den Fahrrädern. Sollten diese plötzlich einmal verschwunden sein, müssen sie allerdings nicht gleich gestohlen sein, wie Bergunde dem Bericht eines Japan-Touristen entnommen hat. Der Mann hatte es schlicht im Parkverbot abgestellt. Die Polizei ließ es daraufhin abschleppen.


Online-Berichte: Janina Wenzel und Manuel Bergunde wollen unterwegs auf Facebook unter „Bikes in Japan“ über ihre Japan-Reise berichten.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Jun.2017 | 15:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen