Radtour gegen Stigmatisierung

Zwei der drei Team-Tandems bei voller Fahrt. Jedes Rad wiegt zwischen 50 und 70 Kilo.
Zwei der drei Team-Tandems bei voller Fahrt. Jedes Rad wiegt zwischen 50 und 70 Kilo.

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17. August 2016, 11:16 Uhr

Aufklärung über eine häufig falsch eingeschätzte Krankheit wollen Teilnehmer einer Fahrradtour leisten, die Sonnabend (20. August) am frühen Nachmittag am Plöner Rathaus Station machen: Es geht um Depressionen. Ziel sei es, Menschen mit und ohne Depressionserfahrung zusammen zu bringen und gemeinsam in Bewegung zu sein, erläutert Initiator Sebastian Burger.

„Mut-Tour“ heißt das Aktionsprogramm auf Rädern, das am 4. Juni in Heidelberg gestartet ist. Dieses Jahr geht Sebastian Burger mit 52 Teilnehmern auf Tour. Rund 7300 Kilometer würden von insgesamt vier Teams zurückgelegt. Zwei davon seien auf Tandems unterwegs, jeweils ein Team mit dem Kajak sowie eines mit zwei Eseln. Die dreimonatige Staffelfahrt ende am 3. September in Bremen.

„Endlich einen offenen Umgang mit Depression leben“ laute die Forderung der Mut-Tour. Die von der Krankheit betroffenen Teilnehmer seien sendungsbewusst und berichteten authentisch über ihren Weg mit Depression, es sein ein Aktionsprogramm, das Mut mache und einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leiste.

Die Stigmatisierung erfolge aktuell bei Attentätern und Amokläufen, denen psychische Probleme nachgesagt und gelegentlich auch ein Zusammenhang mit Depressionen unterstellt werde. Sebastian Burger: „Millionen Depressionsbetroffene werden zu Unrecht durch den unguten Umgang mit der Vokabel stigmatisiert und es wird schwerer für die Gesellschaft offen mit Depression umzugehen,“ sagt Sebastian Burger. Da würden „psychische Probleme“ mit Depression falsch gleichgesetzt.

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