Radler dürfen jetzt auf den Gehweg

Bürgermeister Carsten Behnk signalisierte mit erhobenem Daumen seine Zustimmung, die Nutzung des Fußwegs auch stadteinwärts für Radler freizugeben, nachdem Klaus Hansen vom Baubetriebshof die Abdeckung des Schilds entfernt hatte.
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Bürgermeister Carsten Behnk signalisierte mit erhobenem Daumen seine Zustimmung, die Nutzung des Fußwegs auch stadteinwärts für Radler freizugeben, nachdem Klaus Hansen vom Baubetriebshof die Abdeckung des Schilds entfernt hatte.

Stadt und Kreis reagieren auf vielfache Kritik: Radfahrer müssen in der Riemannstraße stadteinwärts nicht mehr die Fahrbahn nutzen.

shz.de von
17. Januar 2018, 13:29 Uhr

Es sind nur Zusatzschilder, doch Bürgermeister Carsten Behnk weiß um ihre Bedeutung: „Das ist heute ein Freudentag für die Fissauer“, erklärte der Verwaltungschef, als er gestern die neue Verkehrsregelung für Radfahrer in der Riemannstraße Pressevertretern vorstellte.

Bislang hatten Radler nur dann eine Wahl, wenn sie stadtauswärts fuhren: Entweder fahren sie auf der Fahrbahn oder auf dem rechten Fußweg. Möglich wird dies durch Zusatzschilder „Radfahrer frei“, die das blaue runde Fußwegschild ergänzen. Diese Zusatzschilder fehlten bislang in der Gegenrichtung, also stadteinwärts. Radler mussten dort auf der Fahrbahn fahren. Das ist passé: Seit gestern Vormittag gibt es den Zusatz für beide Richtungen.

„Wir freuen uns, dass die Anwohner und Schüler, die von Fissau aus mit dem Rad in die Innenstadt unterwegs sind, jetzt wieder den breiten Gehweg mit benutzen können“, sagte Behnk. Damit komme die Stadt mit Hilfe der beteiligten Behörden den Wünschen vieler Eutiner entgegen, wusste Behnk aus vielen Gesprächen, die er selbst geführt hat. Die Anordnung für das Zusatzschild kam vom Kreis Ostholstein, nachdem die Stadt dort einen entsprechenden Antrag gestellt hatte.

Dabei war der Stadtverwaltung bewusst, dass sich viele, wenn nicht die meisten Radler schon vorher scheuten, auf der Straße zu fahren und deshalb den Fußweg nutzten. „Im Endeffekt legalisieren wir einen Zustand, der vorher schon gelebte Realität war“, sagte Timo Hantel vom städtischen Fachdienst öffentliche Sicherheit. Das Zusatzschild verpflichte Radfahrer aber zu besonderer Rücksichtnahme auf Fußgänger, mahnte Hantel. Grundsätzlich bedeute das, dass Radfahrer ihre Geschwindigkeit an das Niveau des schwächsten Verkehrsteilnehmers, also der Fußgänger, anpassen müssten.

Bei der Eutiner Fahrradinitiative stößt die Neuregelung auf Zustimmung: „Wir freuen uns darüber und begrüßen das sehr“, erklärte Initiativen-Mitglied Jens Rose-Zeuner, der auch Vorsitzender des Eutiner Mobilitätsbeirats ist. Auch dort sei die Maßnahme beschlossen und empfohlen worden. Rose-Zeuner schränkte allerdings ein, dass damit aus Sicht der Fahrradinitiative in der Riemannstraße noch nicht alles gut sei. Vor allem die Fahrbahneinengungen am Kreisel sind ihm ein Dorn im Auge. Diese brächten Radfahrer immer wieder in heikle Situationen, auch weil Autofahrer, die stadtauswärts aus dem Kreisel kämen, eine schlechte Sicht hätten. Außerdem wünschen sich die Fahrradfreunde Schutzstreifen für Radler oder alternativ eine durchgängige Tempo-30-Regelung. Immerhin: Für einen Teil der Riemannstraße soll es bald Tempo 30 geben (siehe Info-Kasten).

Zur Erinnerung: Ende 2015 hatte die Stadt auf Anordnung des Kreises, der damit rechtlichen Vorgaben folgte, den Radweg an der Riemannstraße aufgehoben und damit die vielfach kritisierte Situation geschaffen. Das gleiche gilt für die Sielbecker Landstraße, wo der Radweg ebenfalls aufgehoben wurde. Dort sei der Gehweg bereits im Oktober für Radfahrer freigegeben worden, sagte Hantel. Diese Regelung gelte aber nur für das Stück von der Einmündung der Dorfstraße bis zur Kreuzung mit Landesstraße 174.

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