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Flüchtlinge in SH : Putlos: Erstaufnahme in Windeseile belegt

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

700 Flüchtlinge sind bereits in der Wagrien-Kaserne in Putlos angekommen. 100 weitere können noch kommen.

In den acht Unterkunftsgebäuden auf dem Truppenübungsplatz Putlos, die von den Soldaten am Dienstag eilends geräumt worden waren, sind gestern 700 Flüchtlinge einquartiert worden. Sie kommen überwiegend aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und dem Balkan. Innenminister Stefan Studt nahm am späten Nachmittag diese neue Notunterkunft des Landes in Augenschein; dort sollen in Kürze weitere 100 Flüchtlinge Platz finden.

Studt wurde bei seinem Besuch in der Wagrien-Kaserne von Ostholsteins Landrat Reinhard Sager und Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt begleitet. Beide waren am Vortag von der blitzschnellen Umfunktionierung einer Hälfte des Bundeswehr-Standortes in eine künftige Erstaufnahmeeinrichtung überrascht worden. Der Innenminister machte aber klar, dass die Ereignisse sich derzeit überschlagen und kaum Zeit zum Luftholen lassen.

Diesen Eindruck bekräftigte Landrat Sager nach dem Ortstermin in Putlos: „Die Wirklichkeit ist viel ernster und angespannter, als man es sich überhaupt vorstellen mag.“ Das gelte mittlerweile aber auch für die Möglichkeiten der Kommunen, auf die Schnelle weiteren Wohnraum zu organisieren: „Die Kapazitätsgrenzen sind vielerorts erreicht.“

Vor dem Hintergrund beschwor Sager den Innenminister, den Zeitplan für das amtliche Erstaufnahmeverfahren von Flüchtlingen in Putlos massiv zu beschleunigen. Das könne „frühestens Mitte November“ starten, hatte Studt in Aussicht gestellt – eine Hängepartie, bei der der Landrat nicht mitspielen will. Sager: „Das können wir uns nicht leisten. Ich erwarte, dass die Außenstelle des Landesamtes hier schneller eingerichtet wird. Sonst machen alle Übereinkünfte für eine Beschleunigung der Asylverfahren keinen Sinn.“

Bis auf Weiteres nimmt noch das DRK, das die Flüchtlinge in der Wagrien-Kaserne betreut, die Personendaten der Flüchtlinge auf. Es sorgt auch für Dolmetscher; die Truppenküche der Bundeswehr liefert, getrennt von der Verköstigung der in der Kaserne noch verbliebenen Soldaten, Speisen und Getränke. Die medizinische Betreuung stellt das UKSH sicher. Minister Studt zeigte sich schwer beeindruckt von der zügigen Organisation für die Notunterkunft.

Die Erstaufnahmeeinrichtungen in SH im Überblick:

rot = Dauerhafte Erstaufnahmeeinrichtung (EAE), blau = Übergangserstaufnahmeeinrichtungen, gelb = EAE in Planung

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erstellt am 09.Sep.2015 | 17:07 Uhr

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