Fußball-Regionalliga : Punktgewinn mit Beigeschmack

Jan Frederik Kaps (Mitte) kam zur Pause für Moritz Achtenberg und belebte das Eutiner Offensivspiel. Hier setzt er sich gegen Robin Gaida (re.) und Marvin Stieler durch.
Jan Frederik Kaps (Mitte) kam zur Pause für Moritz Achtenberg und belebte das Eutiner Offensivspiel. Hier setzt er sich gegen Robin Gaida (re.) und Marvin Stieler durch.

Eutin 08 dreht bei 2:2-Remis gegen Egestorf-Langreder das Spiel und kassiert kurz vor Schluss noch den Ausgleich.

shz.de von
05. Februar 2018, 07:42 Uhr

Eutin | „Es ist ein gewonnener Punkt“, wollte Sönke Meyer nach dem 2:2 (0:1)-Unentschieden zwischen Eutin 08 und dem 1. FC Germania Egestorf-Langreder nichts davon wissen, dass der Aufsteiger im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga zwei Punkte verschenkt hat. Doch auch Meyer musste nach dem Wechselbad der Gefühle eingestehen: „Ein fader Beigeschmack bleibt.“ Eutin 08 spielte gegen den Tabellenfünften eine schwache erste Halbzeit, kam wie verwandelt aus der Kabine, drehte das Spiel innerhalb von 100 Sekunden und fing sich kurz vor Schluss doch noch den Ausgleich ein.

„Wir haben gute Ansätze gezeigt und uns im Vergleich zum Drochtersen-Spiel deutlich gesteigert“, meinte Lars Callsen nach dem Abpfiff der umkämpften Partie, die von gerade einmal 172 zahlenden Zuschauern verfolgt wurde. Der 08-Coach überraschte mit einer im Vergleich zur 1:3-Pleite bei der SV Drochtersen/Assel auf sieben Positionen veränderten Startelf. Moritz Achtenberg und Rico Bork rückten in die Verteidigung, im Mittelfeld bildeten Sönke Meyer und Christian Rave die Doppel-Sechs. Davor zog Kevin Wölk offensiver als sonst die Fäden. Auf den Außenbahnen sollten Neuzugang Ihab Hathat und Benjamin Petrick das Eutiner Spiel beleben, während Florian Ziehmer auf der ungewohnten Position in der Sturmspitze auftauchte. Mit den Umstellungen wollte Callsen seine Mannschaft dazu animieren, flach zu spielen.

Der Erfolg hielt sich zunächst in Grenzen. Die Gäste aus Niedersachsen setzten die ballführenden 08-Spieler früh unter Druck, was oft zu langen Befreiungsschlägen in die Spitze führte, wo Ziehmer, Hathat und Petrick dementsprechend wirkungslos blieben. Hinten verteidigte Eutin weitgehend sicher, nur den agilen Kevin Schuhmacher bekam 08 nicht in den Griff. Der Linksaußen hatte die erste große Chance des Spiels, als er in der 17. Minute an Lennart Weidner scheiterte, und bereitete wenig später (20.) eine Kopfball-Gelegenheit von Mirko Dismer vor. Das Callsen-Team tauchte kaum einmal im gegnerischen Strafraum auf, Sönke Meyer (28.) und Lion Glosch (31./34.) hatten höchstens Halbchancen.

In Rückstand geriet der Aufsteiger erneut nach einem individuellen Fehler. Moritz Achtenberg spielte den Ball 20 Meter vor dem Tor direkt in den Körper von Kevin Schuhmacher (37.), der den Ball mitnahm und zum 0:1 einschoss. „Es ist nervig, dass wir diese Fehler immer wieder machen“, ärgerte sich Callsen.

Der Trainer reagierte, brachte in der Pause Jan Frederik Kaps für Achtenberg und sorgte mit dem Wechsel für Belebung. Ein eigentlich verunglückter Schuss von Florian Ziehmer (50.), der nun wieder auf der Zehn spielte, wurde länger und länger und ging nur knapp am Germania-Gehäuse vorbei. Wenig später (54.) wühlte sich der ansonsten glücklose Benjamin Petrick an der rechten Strafraumgrenze zwischen zwei Verteidigern hindurch und kam zu Fall – Freistoß. Rico Bork trat an und beförderte den leicht abgefälschten Ball zum Ausgleich ins rechte obere Eck.

Der Eutiner Jubel war gerade erst verhallt, da schnappte Ziehmer Robin Gaida den Ball weg, behielt gegen Gäste-Keeper Markus-Thor Straten-Wolf die Nerven und drehte das Spiel auf den Kopf. Wenig später musste der Torschütze nach einem Foul am eigenen Strafraum verletzt ausgewechselt werden, eine genaue Diagnose steht noch aus.

Die Hausherren waren nun dennoch am Drücker, die Vorentscheidung schien möglich. Einzig eine echte Torchance zum 3:1 fehlte, ein Kopfball von Kaps (62.) war zu harmlos. Obwohl die Gäste offensiv kaum noch stattfanden, gelang ihnen in der 83. Minute der Ausgleich. Nachdem Christian Rave einen Ball spektakulär abgegrätscht hatte, brachte Björn Lindemann eine Ecke rein, die Robin Gaida vollkommen unbehelligt am chancenlosen Lennart Weidner vorbei einköpfen konnte.

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