Eutin : Psychologische Klinik für Kinder

Chefarzt Oliver Soyka (li.) und Oberarzt Carsten Flores in einem der neuen Behandlungszimmer. Foto: Resthöft
Chefarzt Oliver Soyka (li.) und Oberarzt Carsten Flores in einem der neuen Behandlungszimmer. Foto: Resthöft

Die Vorwerker Diakonie bietet in Eutin zehn ambulante Plätze für Jugendliche

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12. Oktober 2011, 11:27 Uhr

Weiße Wände und weiße Möbel – auf den ersten Blick erscheint die neue Tagesklinik „Am Kleinen See“ der Vorwerker Diakonie etwas trist. Doch das sei gewollt, erklärt Architekt Norbert Hochgürtel. Denn die zehn Kinder und Jugendlichen, die wegen psychischer, psychosomatischer oder neuropsychiatrischer Störungen dort behandelt werden, sollen nicht in ein vorgegebenes Farbkonzept gepresst werden. Sondern sich die Räume, in denen sie mindestens drei Monate behandelt werden, selbst erobern und gestalten.
Rund 1,2 Millionen Euro investierte die Vorwerker Diakonie in das ehemalige Mitarbeiterwohnheim auf dem Gelände der Sana-Klinik, 900.000 Euro davon kommen vom Land. Bereits seit 1993 gibt es eine solche Tagesklinik in Lübeck, 2005 kam eine in Büchen hinzu. „Aus Ostholstein kamen relativ häufig Anfragen, die Region war offensichtlich bislang kinder- und jugendpsychiatrisch unterversorgt“, sagt Oliver Soyka, Chefarzt der Vorwerker Fachklinik in Lübeck. Deshalb habe die Diakonie bereits vor einigen Jahren mit dem Antragsverfahren begonnen, im vergangenen Jahr sei intensiv nach einem geeigneten Ort gesucht worden. Den Ausschlag für den jetzigen Standort habe die Nähe zur Sana-Kinderklinik gegeben, schildert Carsten Flores, Oberarzt und Leiter der neuen Tagesklinik.
Zehn Kinder von sechs bis 18 Jahren werden künftig an den Wochentagen zwischen 8 und 16 Uhr in der Tagesklinik betreut. Hauptsächlich aber, so Flores, werden die Patienten aber im Grundschulalter sein. In dem Alter kämen meist Bindungs-, Trauma- sowie Impulskontrollstörungen vor. Diese wiederum führen dazu, dass die Kinder, zum größten Teil Jungs, sich nicht in den normalen Schulalltag einfügen können. Da Kinder in dem Alter aber trotzdem schulpflichtig sind, arbeitet die Diakonie mit drei Lehrern der Albert-Mahlstedt-Schule zusammen. Neben dem Unterricht gibt es für die Kinder Einzel- und Gruppenpsychotherapien sowie heilpädagogische Behandlungen. Platz dafür ist auf den 650 Quadratmetern reichlich vorhanden. Dafür wurden nicht nur Wände eingerissen, sondern auch neue Gauben im Dachgeschoss eingebaut.
In dieser Woche finden die ersten Diagnosegespräche statt, ab kommender Woche werden die Behandlungen aufgenommen. „Und wir haben bereits eine Warteliste“, fügt Oberarzt Flores hinzu.

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