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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 23:45 Uhr

Prüfung im nassen Element

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Eutiner Schwimmbad stellten acht angehende Fachleute für Bäderbetriebe ihr Können unter Beweis

von
erstellt am 03.Feb.2014 | 00:33 Uhr

Sie kamen aus ganz Schleswig-Holstein: Acht junge Männer und Frauen haben in der Eutiner Schwimmhalle die landesweite Abschlussprüfung als Fachleute für Bäderbetriebe – früher schlicht Schwimmmeistergehilfen – absolviert.

„Pro Jahr bilden wir etwa 35 junge Menschen aus“, erklärte der Leiter der Landesberufsschule für diesen Berufszweig an der Walther-Lehmkuhl-Schule in Neumünster, Reimer Warnholz. In Eutin war er als Vorsitzender des Prüfungsausschusses tätig, unterstützt von vier Kollegen verschiedener Schwimmbäder im Land, unter ihnen Wolfgang Schümann aus dem gastgebenden Eutin.

Fachangestellte für Bäderbetriebe müssten viel mehr können, als für die Sicherheit von Badegästen zu sorgen, erklärte Warnholz. Perfekte Schwimmer müssen sie allerdings nicht sein, auch wenn alle Schwimmlagen vom Brustschwimmen über das Kraulen und Schmetterling bis hin zum Rückenschwimmen zum Anforderungskatalog zählen. „Was an Fähigkeiten beim reinen Schwimmen fehlt, können wir in den drei Jahren der Ausbildung durchaus vermitteln – entsprechende Motivation vorausgesetzt.“

Die Kandidaten müssten retten können, fit in Erster Hilfe sein, Wiederbelebung beherrschen und wirksam Aufsicht über die Badenden führen können. Hinzu kämen die Besucherbetreuung wie das Angebot von Babyschwimmen, Schwimmen für Anfänger und Fortgeschrittene oder Themenbereiche wie Aquafitness.

In Eutin war bei der Prüfung das meist nicht sonderlich beliebte Rückenschwimmen an der Reihe. Und natürlich auch das Schwimmen auf Zeit, 35 Meter Streckentauchen, 50 Meter Abschleppen einer in Not geratenen Person sowie der obligatorische Kopfsprung vom Drei-Meter-Brett. Die Theorie nahm ebenfalls breiten Raum ein. So müssen die Fachangestellten alles zum Thema Schwimmbadtechnik beherrschen. Dazu gehört nicht nur die maschinelle Komponente, sondern auch der in diesem Metier wichtige Bereich der Hygiene.

Die Berufschancen bezeichnete Reimer Warnholz als sehr gut: „Badbetreiber sind verpflichtet, eine ausgebildete Fachkraft in ihrer Anlage zu haben.“ Und auch, wenn der reine Überwachungsbetrieb von Rettungsschwimmern erledigt werden könne, merkten immer mehr Anlagenleiter, dass sie mit einer geprüften Fachkraft bestens bedient seien: Denn diese könne überall eingesetzt werden – vom Kinderschwimmen bis hin zum Kassenbetrieb oder der finanziellen Abrechnung.

Anette Albers aus Itzehoe war eine der acht Prüflinge. Sie stellte ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis, um die Genehmigung zur Verkürzung ihrer Ausbildungszeit auf zweieinhalb Jahre zu erreichen. „Ich bin immer gern geschwommen und habe gern mit Menschen zu tun“, begründete sie die Wahl ihres Lehrberufs. Obwohl sie gute Chancen hätte, will sie aber nicht gleich in einem Schwimmbad anfangen. „Ich habe mir jetzt eine Basis geschaffen, jetzt will ich erst einmal sehen, wie es weitergehen soll.“

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