Prozessbeginn: Juris Mutter vor Gericht

Das Grab des kleinen Juri.
Das Grab des kleinen Juri.

Wurde Juri erwürgt? Gegen Ramona R. wird verhandelt

shz.de von
16. November 2016, 04:00 Uhr

Der Tod des kleinen Juri im April dieses Jahres hat die Menschen in Eutin schockiert. In Kürze, ab 16. Dezember, muss sich die Mutter Ramona R. (34) vor dem Lübecker Landgericht verantworten – fast auf den Tag genau acht Monate nach dem Tod ihres Sohnes.

Wie ist Juri gestorben? Nach Angaben der Mutter hatte sie ihren zweieinhalb Jahre alten Sohn am Morgen des 14. Aprils leblos in seinem Bettchen gefunden, dann den Notarzt gerufen, der nur noch den Tod des Jungen feststellen konnte. „Wir haben Juri nichts getan, ihn tot im Bett gefunden. Wir haben unseren Engel geliebt“, erklärten Ramona R. und ihr damaliger Verlobter kurz nach dem Tod im Gespräch mit unserer Zeitung. Juris leiblicher Vater äußerte von Beginn an Zweifel: „Ich kann es noch nicht in Worte fassen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Juri sich selbst erwürgt hat.“

Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft erhärteten den Anfangsverdacht gegen die Mutter: „Wir gehen davon aus, dass sie den Schlafsack so zugedreht hat, dass der Junge erstickt ist“, sagt Ulla Hingst, Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Zwei Kinder wurden Ramona R. bereits entzogen, wachsen getrennt von ihr auf. Auch vor Juris Tod habe Kontakt zum hiesigen Jugendamt bestanden. Nachbarn berichteten von Schreien und dumpfen Schlägen aus der Wohnung, in der Ramona R. mit ihrem Sohn und ihrem Verlobten wohnte.

Am 16. Dezember soll voraussichtlich nur die Anklage verlesen werden. Der Prozess soll dann mit zahlreichen Zeugen Anfang des nächsten Jahres fortgesetzt werden.

Juris leiblicher Vater hatte damals wie heute nur eine Frage, die er beantwortet wünscht: „Warum musste mein Sohn sterben?“

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