Zwei Verletzte in Ostholstein : Prozess um Nadeln im Hackfleisch: Bewährungsstrafe für 60-Jährige

Die Verdächtige ist identifiziert.
Zwei Menschen verletzten sich, als sie in das von der Angeklagten präparierte Fleisch bissen.

Eine Frau soll in Ostholstein immer wieder Nadeln in Supermarktfleisch gesteckt haben. Sie muss sich einer Therapie unterziehen.

shz.de von
28. Mai 2015, 07:46 Uhr

Lübeck | Aus Protest gegen die Massentierhaltung hatte sie abgepacktes Fleisch in Supermärkten im Raum Ostholstein mit Nadeln gespickt - nun ist die 60-jährige Frau zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Außerdem ordneten die Lübecker Richter am Donnerstag an, dass sie sich einer Therapie in einer psychiatrischen Tagesklinik unterziehen muss.

In dem Prozess vor dem Lübecker Landgericht hatte die 60-Jährige gestanden, über Monate in Supermärkten im Kreis Ostholstein Hack, Grillwürstchen und andere Fleischwaren mit Nadeln präpariert zu haben. Insgesamt 26 Fälle von gemeingefährlicher Vergiftung und gefährlicher Körperverletzung warf die Staatsanwaltschaft der Angeklagten vor.

Mit dem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte ein Jahr auf Bewährung gefordert. 

Ein Zeuge fand eine Nadel, als er ein Schweinefilet durchschnitt, ein anderer, als er in eine Grillwurst biss. „Ich hatte abgepackte Rostbratwürstchen für meine zweijährige Enkelin gekauft, weil sie die so gerne mag. Als ich die Würstchen für die Zubereitung auf einen Spieß steckte, entdeckte ich in der Wurst eine Stopfnadel“, sagte eine 56-jährige Frau aus Bad Malente im Zeugenstand.

Zwei Betroffene wurden leicht verletzt. Eine 30-jährige Frau verletzte sich bei der Zubereitung von Hack leicht an der Hand, als sie in eine abgebrochene Kanüle fasste. Ein junges Mädchen stach sich eine Nadel in den Gaumen, als sie bei ihrer Mutter in einen Hamburger aus präpariertem Hack biss.

„Mit wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, dass ich Menschen geschädigt habe“, sagte die Angeklagte im Prozess.

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