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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 11:58 Uhr

Eutin : Projektmesse mit traurigem Start

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schüler des Beruflichen Gymnasiums präsentierten gestern ihre fächerübergreifenden Projektarbeiten / Ein Mitschüler fehlte allerdings

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2015 | 19:50 Uhr

An die 100 Schüler der Beruflichen Schulen (BS) in Ostholstein beschäftigen sich seit Wochen mit dem Thema Wandel. Ob die Entwicklung des Handels in den USA, der zunehmende Einfluss des elektronischen Handels (e-commerce) auf örtliche Geschäfte, die Entstehung des Glücksspiels oder die Wirkung von Kraftstoffgemischen auf die Abgaswerte – bei jedem Thema stand der Wandel im Fokus. Gestern präsentierte der 12. Jahrgang die erarbeiteten Themen und wird Lehrkräften heute erneut Rede und Antwort stehen.

„Das Interesse von Mitschülern und Lehrern hat uns überrascht. Mit so viel Zuspruch haben wir nicht gerechnet“, sagt Dennis Schramm vom Technischen Gymnasialzweig. Mit zwei Mitschülern untersuchte der 18-Jährige die Veränderungen der Abgaswerte eines Otto-Viertakt-Motors. Das Trio staunte, lagen doch nur zwei von 14 Prüfwerten im vorgegebenen umweltschonenden Bereich. Schon wenn eine Zündkerze im Motor nicht funktioniere, verschlechtere sich der Abgaswert rapide, sagten Hendrik Garken (18) und Fabio Kropp (19), die ihren Großversuch in der Kfz-Werkstatt aufgebaut hatten.

Vier Schüler des Wirtschaftszweiges hatten den Wandel der Meinungsfreiheit in der früheren Deutschen Demokratischen Republik untersucht. Ende der 1950er-Jahre hätte die Bevölkerung ihre Meinung noch frei äußern können. Mit den Jahren wäre das immer weniger geworden bis hin zur Flucht in immer anspruchsvollere Metaphern. Das spiegelten die Lieder von Wolf Biermann gut wider, sagte Anne-Marie Becker (18). Mit Chiara Harke (17), Nabela Schramowski (17) und Maurice Aldenhoff (19) befragte sie zwei ehemalige DDR-Bürger. Es entstand ein Video, das gestern nach Bedarf gezeigt wurde. Martin Schutte, Lehrer im Fach Rechtslehre zeigte reges Interesse an den Untersuchungsergebnissen.

Die Gruppen hatten ihre Themen fächerübergreifend erarbeitet und werden dementsprechend in drei Fächern für ihre Leistung benotet. So ließen sich Englischlehrer Projekte auf Englisch erklären und machten sich anschließend Notizen. Andere Fachkollegen konzentrierten sich auf die deutschsprachigen Ausführungen, die mathematischen Erläuterungen, technischen Beschreibungen oder chemischen Verfahrensabläufe.

Auch andere Schüler der BS ließen sich die Arbeiten der Gymnasiasten erklären. „Das ist schon spannend zu sehen, wie ein I-Mac produziert wird“, schwärmte Fabian Saliovski (18), der mit seinen Klassenkameraden Malte Schildknecht (16) und Tim Eylmann (17) einen Film der Produktion eines solchen Computers anschaute. Die drei jungen Männer bereiten sich in der Oberstufe Technik auf den Realschulabschluss vor.

Seit 2008 richtet das Berufliche Gymnasium diese Projektmesse fächer- und zweigübergreifend aus, wie Koordinatorin Barbara Friedhoff-Bucksch sagte. Der Lehrplan – er gilt seit 2007 – gebe das vor. Die Schüler des 12. Jahrgangs der vier Zweige Technik, Gesundheit, Ernährung und Wirtschaft beteiligen sich daran. Im jährlichen Wechsel würden sie die Themen fachspezifisch oder mit Ausrichtung auf die sogenannten Allgemeinbildenden Fächer mit erhöhter Anforderung (frühere Leistungskurse) erarbeiten und bewertet werden. In diesem Jahr haben die allgemeinbildenden Fächer Vorrang.

Die Stimmung dämpfte gestern der Tod eines Mitschülers. Der junge Mann war am Abend zuvor bei einem Autounfall um Lebens gekommen. Klassen seiner Schule aus Bad Schwartau sahen von der Beteiligung gestern ab. Die Schüler und Lehrer in Eutin erinnerten mit Abschiedsworten und Kerzenschein an den unerwartet verstorbenen Mitschüler.

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