zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 00:16 Uhr

Projekt: Neue Heimat in der Ferne

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schüler der Plöner Rodomstorschule befassen sich sensibel und interessiert an praktischen Beispielen mit Migrationshintergründen

Mit der Projektwoche „Neue Heimat in der Ferne“ will die Rodomstorschule die Grundschüler für Menschen aus anderen Ländern sensibilisieren. Mit einem „Reisepass“ ausgestattet nimmt jeder der Erst- bis Viertklässler bis Freitag an sechs verschiedenen Bereichen teil und erfährt mehr über Land und Leute sowie Sprachen und Sitten in der Ferne.

„Es ist beeindruckend, wie sensibel und entspannt die Kinder das Thema aufnehmen und interessiert nachfragen“, ist Schulleiterin Sabine Vietzke begeistert. Allein an ihrer Schule lernen Kinder mit Migrationshintergrund aus 15 verschiedenen Ländern.

„Ziel ist es, den Kindern erfahrbar und verständlich zu machen, wie es ist, aus anderen Ländern zu kommen“, sagte Vietzke. Sie regte nach einem persönlichen Erlebnis diese Form der Projektwoche an. Bei Besorgungen in Plön habe sie erlebt, wie sich zwei ältere Frauen an verschiedenen Plätzen mit falschen Fakten über die Flüchtlinge lauthals unterhielten. So würden nach deren Bekunden Asylbewerber zur Verfügung gestellten Wohnraum verwüsten und kein Interesse an Sprachunterricht haben.

In den Projektgruppen werden 18 Themen, wie „Verschiedene Religionen und Feste“, „Zuhause kann überall sein“ oder „Flucht warum? Was nehme ich mit?“ sowie „Kinderlieder aus aller Welt“, „Feste und Gebräuche“ und „Toleranz“ vermittelt. Wie es sich anfühlt, eine Sprache nicht zu verstehen, wird den Schülern in Rollenspielen näher gebracht. Dabei spricht der Lehrer Thomas Litwin die Kinder in Polnisch an, und sie müssen herausbekommen, was das zu bedeuten hat. Die Herausforderung bei der Entwicklung der Projektwoche sei es gewesen, die Begrifflichkeiten auf Grundschulniveau herunter zu brechen und die Themen unpolitisch und ohne Beeinflussung zu erklären, so Vietzke weiter.

Direkte Informationen erhalten die Schüler von den Zeitzeugen Achmed und Mahmoud Al Masri sowie Mustafa Haroun aus Syrien, die nun in Deutschland leben. Mit Unterstützung des ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuers und ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Horst Jungmann aus Wittmoldt erfahren die Schüler mehr über den Weg und die Dauer der Flucht des Trios sowie über die Aufnahmemodalitäten in Deutschland.

Damit auch die Eltern einen Einblick in die verschiedenen Themen der Projektwoche erhalten, stellen die einzelnen Gruppen Informationsmaterialien zusammen, die am morgigen Freitag vorgestellt werden. „Wenn wir das hinbekommen, dass die Kinder mit anderen Menschen vorbehaltslos umgehen, haben wir wirklich schon viel geschafft“, sagt Vietzke, für die es ganz klar ist, dass Kinder für das Thema Empathie entwickeln sollten. 

zur Startseite

von
erstellt am 26.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen