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Programm für Frieden und Völkerverständigung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2016 | 00:32 Uhr

„Wir sind sehr besorgt, was die politische Weltlage angeht“, sagt Wolfgang Schiller. Der Schriftführer des Friedenskreises stellte gestern das Programm des Vereins vor, dem Pastor i. R. Lutz Tamchina vorsitzt, der emeritierte Zoologie-Professor Klaus Wächtler und die Juristin Dr. Petra Winderl angehören. Wächtler organisiert seit 1996 für den Arbeitskreis 27. Januar den Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus. Für die Amnesty-Gruppe Plön-Eutin ist Miranda Krützfeldt mit dabei.

Die Sorge über die politische Weltlage sei berechtigt, sagt Schiller und führt zum ersten Vortragsthema hin. Am 15. Januar wird Norman Paech über „Völkerrecht und Frieden“ sprechen. „Wir freuen uns sehr, dass mit Prof. Paech aus Hamburg einer der renommiertesten Völkerrechtler seine Sicht der Dinge in der Kreisbibliothek Eutin zur Diskussion stellen wird“, sagt Tamchina. Schiller zeichnet den Bogen, den der Jurist schlagen will: Von der Vereinbarung der Nationen ausgehend, Konflikte ohne Gewalt zu lösen, wird Paech gescheiterte Friedensbemühungen ansprechen und am Ende auch den Beschluss des Bundestages vom 4. Dezember, die Bundeswehr in Syrien einzusetzen. Paech möchte die Frage beantworten, warum sich die Hoffnungen eines „Grundgesetzes für eine Welt in Frieden“, mit dem darin formulierten absoluten Verbot von Krieg und Gewalt zur Lösung zwischenstaatlicher Konflikte, nicht erfüllt haben und die Welt eher in Richtung völkerrechtlicher Barbarei treibe, in der Krieg wieder als selbstverständliches Mittel der Politik begriffen werde. Wie immer wird der Friedenskreis am Ende fragen: Was können wir tun?, und hofft dann auf die übliche rege Beteiligung.

„Man kann nicht über Krieg und Gewalt reden, ohne über Waffen zu reden“, führt Miranda Krützfeldt zum Vortrag am 31. März um 19.30 Uhr hin. Jürgen Grässlin wird über den weltweiten Waffenhandel sprechen. Tamchina hält den Stuttgarter für „einen der besten Kenner des Waffenhandels“.

Mit zwei Terminen trägt Amnesty International zum Programm bei. Am 17. Februar ab 19 Uhr spricht Peter Laub über „Das Ende der Privatsphäre – der Weg in die Überwachungsgesellschaft“. Am 9. März ab 19 Uhr berichtet Kathrin Rohde über ihr Projekt in Burkina Faso, mit dem sie Mädchen, die Gewalt erfahren haben, hilft. Jedes dritte Mädchen ab elf Jahren wird in dem Land zwangsverheiratet, führt Krützfeldt aus.

Gleich vier Möglichkeiten bietet der Arbeitskreis 27. Januar an genanntem Tag an. Für 10 Uhr lädt Wilhelm Lange, Autor von Dokumentationen zum 3. Mai 1945, an das Mahnmal für die Cap-Arcona-Opfer auf dem Sierksdorfer Steilufer ein. Um 11.30 Uhr wird auf dem Friedhof in Haffkrug der 1128 Beigesetzten der 7000 Opfer in Konzentrationslagern gedacht. Von 16 bis 18 Uhr wird auf dem Platz der Deportationen vor dem Bahnhof an die Menschen erinnert, die dort endgültig hatten abreisen müssen. Ab 19.30 Uhr spricht Prof. Frank Golczewski vom Osteuropa-Institut der Uni Hamburg über „den Zweiten Weltkrieg in der Ukraine“.

Während der Landesgartenschau hat der Friedenskreis einiges vor. Sie wollen mit Flüchtlingen zusammenarbeiten, ein Theaterstück anbieten, für eine Straße der Menschenrechte sorgen und Themen wie „Menschenrecht Wasser“ erklären. Genaues dazu und den Termin der Lesung mit dem Schriftsteller Navid Kermani (erhielt 2015 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels) werden die Organisatoren noch bekannt geben.

Wenn nicht anders angegeben, ist die Kreisbibliothek am Schloßplatz 2 der Veranstaltungsort.

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