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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 21:14 Uhr

Produktionsschule kann sicher planen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Finanzierung der sieben Jahre alten CJD-Einrichtung ist auf 27 Monate sicher

„Ich bin so glücklich. Zum ersten Mal erhalten wir eine Zusage für 27 Monate“, freute sich gestern Maiken Carstens, Leiterin der Produktionsschule Ostholstein-Plön. Helmut Landsiedel vom Bildungsministerium Kiel hatte den Zuwendungsbescheid nach Malente gebracht.

Damit stehen der vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) getragenen Produktionsschule bis Ende 2016 insgesamt 906 000 Euro zur Verfügung. Geld, mit dem Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren eine berufliche Integration ermöglicht werden soll. Das Land gab 150 000 Euro, die Europäische Union 323 000 Euro, und die Jobcenter Ostholstein und Plön steuern 370 000 Euro bei. Erstmals arbeiten sie bei diesem Angebot der beruflichen Orientierung und Vorbereitung zusammen. 63 000 Euro muss die Produktionsschule selbst erwirtschaften.

Für Maiken Carstens bedeutet die 27-monatige Förderperiode große Planungssicherheit. Bisher hätten die Förderzeiten zwischen sechs und zwölf Monaten gelegen. Nun könne sie sich intensiver um die Qualitätskriterien wie die begleitenden Maßnahmen zum Nachholen von Schulabschlüssen – die Hälfte der Teilnehmer habe keinen Schulabschluss – und eine stärkere Zusammenarbeit mit Betrieben kümmern.

Insgesamt 40 Plätze – zehn für Teilnehmer aus dem Kreis Plön und 30 aus Ostholstein – stehen für junge Menschen ohne Schul- und Ausbildungsabschluss in den Bereichen Innenausbau und Holzwerkstatt, Hotel und Gastronomie sowie Pädagogik bereit. Die Schüler lernen, Waren herzustellen und Dienstleistungen zu vermarkten.

Außerdem plant Maiken Carstens eine vierte Werkstatt, die sich am Arbeitsmarkt und den Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren soll, etwa eine Werkstatt für Zweiräder oder etwas im IT-Bereich. Zehn zumeist hochqualifizierte und mit Meistertiteln ausgestattete Mitarbeiter gebe es, dazu könnten neue eingestellt werden und bei Bedarf auch mit Honorarkräften gearbeitet werden.

Der Löwenanteil der Förderung von rund 75 Prozent fließe in die Personalkosten, räumt Carstens ein, es sei trotzdem gut angelegtes Geld: „Mit mehr als 30 Prozent haben wir in den vergangenen zwölf Monaten noch nie so viele Teilnehmer in eine Ausbildung vermittelt.“ Das habe bei der Gründung der Produktionsschule vor sieben Jahren keiner geglaubt.

Pro Jahr würden etwa 79 junge Menschen begleitet, im Schnitt blieben sie neun Monate. Manche bräuchten nur etwas Unterstützung bei den Bewerbungsunterlagen, andere würden intensiv auf eine berufliche Qualifikation vorbereitet.

„Die Landesregierung kann es sich nicht erlauben, diese Menschen nicht mitzunehmen“, sagte Landsiedel. Der demografische Wandel sei in vielen Betrieben schon zu spüren. Auch die Zusammenarbeit aller Akteure im Bereich berufliche Bildung, von Schulen über Verbände bis zu den Kammern, solle verstärkt werden.




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erstellt am 19.Nov.2014 | 04:00 Uhr

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