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Produktionsschule begeisterte Kinder mit Wikinger-Olympiade

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Paradiesische Zustände herrschten gestern für Kinder auf dem Gelände der Produktionsschule Ostholstein des CJD in der Godenbergstraße. Beim Kindergarten-Wikinger-Tag wurde ihnen mit einer Wikinger-Olympiade ein bunter Strauß an Aktivitäten geboten: Tauziehen und Bogenschießen, ein Barfußpfad und Wurflinienzielwurf, es gab eine Schokokusswurfmaschine, ein Trockensegelspiel und aus Lehm konnten die Kleinen ein Wikingerdorf im Kleinformat bauen.

„Heute Vormittag hatten wir 140 Kinder hier“, berichtete Heiko Praetz. Der evangelische Kindergarten Pusteblume, der Awo-Kindergarten und der Waldkindergarten waren ebenso dabei wie die Malenter Grundschule mit zwei zweiten Klassen. Praetz ist gelernter Zimmermann und Erzieher und hat als Integrationscoach beim CJD den Aktionstag mitorganisiert. Damit kein Kind und kein Betreuer den Ort hungrig verlassen musste, gab es auch reichlich zu essen – natürlich passend zum Wikinger-Motto: Stockbrot, Gulaschsuppe über offenem Feuer und Räucherfisch.

„Das Wichtigste ist, die Kleinen haben Spaß“, sagte CJD-Mitarbeiter Arne Niels. Und während der Werkstattpädagoge und Zimmermeister beim Trockensegelspiel einen Karren voller Kinder schiebt, fügt er grinsend hinzu: „Wir aber auch.“ Der Spaß war allerdings nicht das vorrangige Ziel des Aktionstags. Vor allem ging es um Jugendliche und junge Erwachsene, die von der Produktionsschule betreut werden. „Für uns ist es wichtig, dass sie in allen Bereichen eingebunden sind und Verantwortung übernehmen“, erläuterte Heiko Praetz.

Derzeit betreue die Produktionschule 27 junge Leute im Alter zwischen 16 und 29 Jahren in den Bereichen Gastronomie/Küche, Trockenbau/Holz und Pädagogik/kreativ. Sie seien alle vom Jobcenter Ostholstein vermittelt worden. Alle seien arbeitslos, Schulverweigerer seien ebenso dabei wie Ausbildungsabbrecher. „Wir wollen die Teilnehmer so fit machen, dass sie eine Arbeit oder eine Ausbildung aufnehmen, wieder zur Schule gehen oder eine Therapie aufnehmen können“, erklärt Praetz. Durchschnittlich dauere das acht Monate, mancher sei bereits nach zwei Monaten so weit, mancher brauche auch zweieinhalb Jahre.

Unterstützt wurden die Malenter gestern vom Jugendaufbauwerk Koppelsberg in Plön und von der dänischen Produktionsschule Korsör, die mit vier und sechs Teilnehmern gekommen waren. Hintergrund der Kooperation ist das deutsch-dänische EU-Projekt „Futura Maritima“ (2013 bis 2015), das eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Produktionsschulen zum Ziel hat. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit solle den Teilnehmern auch ein Gefühl für ihre Mobilität vermitteln und ihr Selbstbewusstsein stärken, berichtet Praetz. Zwei gemeinsame Projekte gab es bereits: im April einen gemeinsamen Workshop auf einem Traditionssegler und im Mai den Bau von Booten in Malente mit anschließender Bootstaufe auf dem Dieksee.

Der Kinder-Aktionstag kam gestern nicht nur bei den Kleinen gut an, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen der Kindergärten. „Das war wirklich schön“, fasste Bianca Lütdke vom Awo-Kindergarten ihren Eindruck zusammen. Ihr gefiel besonders die Abgeschlossenheit des CJD-Geländes, wodurch die Aufsicht deutlich erleichtert worden sei: „Die Kinder konnten alles selbstständig machen“, sagte die Erzieherin. Alle Mitarbeiter und Teilnehmer des CJD seien nett und freundlich gewesen und hätten im Umgang mit den Kindern viel Geduld bewiesen.

Das Ziel, sich mit dem Angebot in Malente noch bekannter zu machen, dürfte die Produktionsschule erreicht haben und auch die Hoffnung auf eine dauerhafte Etablierung des Aktionstags dürfte sich erfüllen. „Aufgrund der positiven Resonanz ist das sicher ein Angebot, das wir wiederholen werden“, versprach Praetz.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 14:49 Uhr

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