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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 14:11 Uhr

Praxisnetz ist bundesweiter Vorreiter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Als erstes in ganz Deutschland fördert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein das Ärztenetz Eutin-Malente – mit zunächst 100 000 Euro

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Als bundesweit erstes Praxisnetz fördert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) das Ärztenetz Eutin-Malente. „Das Ärztenetz Eutin-Malente ist professionell strukturiert und trägt dazu bei, die Versorgung in der Region qualitativ zu verbessern“, begründete KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke die Entscheidung. Deshalb überweist die KVSH 100000 Euro an den Verbund, was die Vorreiterrolle des Ärztenetzes bundesweit unterstreicht.

Dr. Thomas Schang, Gründer des Praxisnetzes und dessen Vorsitzender, freute sich über die Entscheidung. „Das ist nicht nur eine Anerkennung für unsere Arbeit, sondern auch eine Ermutigung für andere Praxisnetze“, erklärte er. Dem Netz gehören mittlerweile 41 Praxen mit 65 Medizinern des Raumes Eutin, Malente, Schönwalde, Ahrensbök, Scharbeutz und Neustadt an. Mit Ausnahme von Kinderärzten und einer gynäkologischen Praxis sind in dem kontinuierlich gewachsenen Netz mittlerweile alle Praxen der Region versammelt, etwa die Hälfte der Mitglieder sind Hausärzte.

Grundlage für die Mittelvergabe war eine Entscheidung der KVSH, mit der sie sich selbst zum Vorreiter machte: Sie setzte im Juli dieses Jahres als erste Kassenärztliche Vereinigung in der Bundesrepublik die grundlegende Vorgabe im Sozialgesetzbuch V zur Förderung von Praxisnetzen um. In der Richtlinie werden die Voraussetzungen für eine Mittelvergabe an Ärztenetze definiert.

Zu den Voraussetzungen gehört unter anderem, dass das Netz aus 20 bis 100 Praxen besteht und mindestens drei Fachgruppen vertreten sind, wobei die Hausärzte nicht fehlen dürfen. Außerdem muss das Praxisnetz ein zusammenhängendes Gebiet wohnortnah versorgen und mindestens seit drei Jahren aktiv sein. Auch eine speziell gesicherte elektronische Kommunikation innerhalb des Netzes wird verlangt, damit etwa Arztberichte oder Röntgenbilder sicher ausgetauscht werden können.

Das Geld von der KVSH kommt für das Ärztenetz im richtigen Moment. Denn bislang finanzierte sich der Verbund über einen Strukturvertrag mit der AOK. Doch der läuft jetzt aus, über eine Verlängerung ist noch nicht entschieden. Die nun bewilligte Förderung ermöglicht es dem Netz, seine Arbeit fortzusetzen und Geschäftsführerin Heike Steinbach-Thormählen weiter zu beschäftigen. „Ohne die Geschäftsführerin wäre das Netz nicht wirtlich arbeitsfähig“, erklärte Schang.

Weitere Mittel werden in laufende und neue Projekte gesteckt. So gibt es bereits eine Arzneimittelempfehlungsliste und Empfehlungen für wirksame Antibiotika-Therapien, die ständig aktualisiert werden. Künftig will das Ärztenetz auch Standards für die Behandlung von koronaren Herzkrankheiten, Depressionen und chronischen Wunden etablieren. „Die Förderung unseres Ärztenetzes sehen wir als Verpflichtung, die Mittel für eine weitere Verbesserung der kooperativen und koordinierten Zusammenarbeit der Haus- und Fachärzte mit Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Physiotherapeuten einzusetzen“, erklärte Schang. Dies sei ein wesentlicher Schlüssel für eine effiziente medizinische Versorgung mit guten Ergebnissen.

Über die Verwendung der Fördergelder muss das Ärztenetz der KVSH nach einem Jahr Rechenschaft ablegen. Sollte das Netz die definierten Förderkriterien auch in Zukunft erfüllen, wird es für ein weiteres Jahr mit 100 000 Euro gefördert.

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