Eutin/Kiel : Praxisnahe Fahrprüfung für schwere Feuerwehr-Fahrzeuge

Ein jahrelang oft und bitter beklagtes Personalproblem der Feuerwehren ist jetzt nach den Worten von Innenminister Klaus Schlie gelöst.

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10. Oktober 2011, 12:47 Uhr

eutin/Kiel | "Unbürokratisch" sollen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, des ehrenamtlichen Rettungsdienstes, der technischen Hilfsdienste sowie des Katastrophenschutzes die Berechtigung zum Fahren schwerer Einsatzfahrzeuge erhalten können. Die entsprechende Landesverordnung trat zum 1. Oktober in Kraft.

Der so genannte Feuerwehrführerschein für Einsatzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 7,5 Tonnen wird auf Antrag von den Kreisen, kreisfreien Städten, Ämtern und amtsfreien Gemeinden erteilt. Die Antragsteller müssen, so die Mitteilung des Innenministeriums in Kiel, seit mindestens zwei Jahren eine gültige Fahrerlaubnis der Klasse B besitzen.

Es gibt eine theoretische Einweisung, in der die Anwärter über Besonderheiten im Umgang mit schweren Einsatzfahrzeugen unterrichtet werden. Dazu gehören beispielsweise das Kurvenverhalten, das Rückwärtsfahren, Rangieren, Beschleunigen und Bremsen.

In einer praktischen Fahrprüfung von mindestens 45 Minuten müssen sie dann nachweisen, dass sie Einsatzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen sicher führen können. Einweisung, abschließende Prüfungsfahrt und das Ausstellen der Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme übernehmen beispielsweise Feuerwehrleute vor Ort, die dafür bereits die entsprechende Fahrberechtigung haben.

Mit dieser Regelung soll es den Hilfsorganisationen erleichtert werden, dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen. Im Zuge der Einführung neuer Führerscheinklassen war es immer schwieriger geworden, ausreichend Fahrer für die schwereren Einsatzfahrzeuge zu bekommen. Der Führerschein der Klasse B wurde am 1. Januar 1999 mit einer Fahrerlaubnis bis zu 3,5 Tonnen eingeführt. Er löste den Führerschein der alten Klasse 3 ab, deren Inhaber weiterhin Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen lenken dürfen. Da die meisten Einsatzfahrzeuge schwerer als 3,5 Tonnen sind, standen vorwiegend jüngere Leute mit ihren ab 1999 erworbenen Führerscheinen der Klasse B als Fahrer nicht mehr zur Verfügung. Sie hätten zum Steuern der Einsatzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen den Führerschein der Klasse C1 erwerben müssen. Das war für viele ehrenamtliche Helfer und Gemeinden zu aufwändig und zu teuer.

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