Praktikum als Entscheidungshilfe

Das Thema „Schiedsrichterpraktikum“ stieß bei einem Sonder-Lehrabend auf großes Interesse.
Das Thema „Schiedsrichterpraktikum“ stieß bei einem Sonder-Lehrabend auf großes Interesse.

Schiedsrichterausschuss im Kreisfußballverband Ostholstein will neue Wege gehen

shz.de von
07. September 2018, 11:48 Uhr

Im Berufsleben haben sie eine ganze Generation geprägt: Praktika helfen bei der Orientierung, wenn der Berufswunsch noch nicht genau feststeht. Ober sie ergänzen das Studium.. Auf jeden Fall helfen sie, wenn es darum geht, herauszufinden, ob dem Praktikanten das Tätigkeitsfeld liegt – oder ob er die Finger davon lassen sollte. Daher ist es nur folgerichtig, dass auch künftige Fußball-Schiedsrichter mit einem Praktikum an die Spielleitung herangeführt werden.

Nachwuchsprobleme im Schiedsrichterbereich sind kein neues Thema. Wer ist verantwortlich, etwas gegen den Schiedsrichtermangel zu unternehmen? Zu den Anwärterlehrgängen werden viele Interessenten angemeldet, aber nur wenige bleiben am Ball. Nach einem Jahr haben viele die Schiedsrichterei an den Nagel gehängt, noch ehe sie wirklich mit ihr begonnen haben. Um das Thema eingehender zu diskutieren, hat der Kreis-Schiedsrichterausschuss (KSA) jetzt einen Sonder-Lehrabend einberufen. Zielgruppe waren die Vereinsschiedsrichterobleute (VSO), aber auch alle anderen Interessierten..

Sascha Gudat, Lehrabendverantwortlicher des KSA, ging zunächst auf das Anforderungsprofil des VSO ein. Neben der Betreuung der Jung-Schiedsrichter und Zusammenarbeit mit den Mentoren und Paten, ist der VSO ein wichtiges Bindeglied zwischen den Vereinen und dem KSA. Aber er ist auch für die Gewinnung und das Anwerben von Schiedsrichter-Anwärtern zuständig. Dabei kann der KSA zwar unterstützen, diese Aufgabe aber nicht vollständig übernehmen.

Die Ostholsteiner gucken über den eigenen Tellerrand: Sie haben Dajinder Pabla und Vincent Manthey aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde eingeladen, die von ihrem Projekt „Schiedsrichterpraktikum“ berichteten. „Unser Motto lautet: Wir erzählen nicht, warum wir Schiedsrichter geworden sind, sondern warum wir es nach über zehn Jahren immer noch sind“, sagte Manthey. Interessenten können in das sportliche Hobby hineinschnuppern, noch ehe sie ihren ersten Lehrgang besucht haben. Sie dürfen erfahrene Schiedsrichter bei einem Spiel begleiten, sind über Headset mit ihnen in Verbindung und können bereits während des laufenden Spiels Fragen stellen. Später bekommen sie Aufgaben gestellt und leiten am Ende selber ein Jugendspiel, wieder unter Begleitung und mittels Hilfestellung per Headset. „Damit kann schon vorher getestet werden, ob einem das Pfeifen Spaß bringt“, weiß Dajinder Pabla. Und
der Schiedsrichterinteressent werde nicht gleich nach der Prüfung ins kalte Wasser geschmissen.

„Der KSA Ostholstein wird dieses Projekt weiter verfolgen und die Umsetzung im eigenen Kreis in Angriff nehmen, denn ohne Schiedsrichter kann schließlich kein Fußballspiel stattfinden“, blickt Nadine Rogge in die Zukunft, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Schiedsrichter im Kreisfußballverband Ostholstein verantwortlich ist. .

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